1000 Polizisten suchen Mirco
07.09.2010 | 20:35 Uhr 2010-09-07T20:35:00+0200Grefrath.Seit Freitag wird der zehnjährige Junge aus Grefrath vermisst. Die Fahndung konzentriert sich auf ein 30 Quadratkilometer großes Gebiet - doch die Hoffnung, ihn wieder zu finden, schwindet mit jedem Tag mehr.
Langsam brummt das kleine Boot über das Wasser des Sees, den sie „Die blaue Lagune” nennen. Romantisch klingt das. Nach glücklichen Tagen im Sommer. Doch es regnet. Und die Männer auf dem Boot suchen keinen Fischgrund, sondern einen Jungen, der seit Freitag vergangener Woche vermisst wird. Sie suchen den zehnjährigen Mirco aus Grefrath. Sie suchen womöglich seine Leiche.
Der Badesee nahe der niederländischen Grenze ist nicht der einzige Ort, an dem sie das Kind suchen. Rund 30 Quadratkilometer groß ist das Gebiet zwischen der A40 im Norden und dem Örtchen Vorst im Süden, das seit gestern systematisch durchkämmt wird. Weil Suchhunde, sogenannte Man Trailer, ganz in der Nähe die Spur des Jungen verloren haben. „Tausend Beamte aus dem ganzen Land haben wir dafür zusammengezogen”, sagt Polizeisprecher Heinz Van Baal.
Früh am Morgen sind die Hundertschaften in ihren Mannschaftswagen auf den Parkplatz des Eislaufzentrums von Grefrath gerollt. Schweres Gerät haben sie mitgebracht. Bagger, Räumfahrzeuge und Boote. Und oben am Himmel kreist immer wieder ein Hubschrauber. „Wir wollen auf alles vorbereitet sein.”
Ein großes Bild von Mirco gibt es für jeden und eine Einweisung. In kleinen Konvois fahren sie dann wenig später wieder los. Und kurz darauf sieht man viele gelbe Punkte in der grün-grauen Landschaft. In ihren leuchtenden Jacken streifen die Beamten in langen Ketten über die Felder. Sie stochern mit langen Stangen im Unterholz an der Autobahn, kriechen unter Bäume und Hecken und durchforsten die endlosen Flächen auf denen der Mais so hoch steht um diese Zeit. Doch sie finden nichts.
„Man darf nie aufgeben“
Mittags kommen deshalb Hunde. „Suchhunde”, nennt sie die Pressestelle der Polizei immer noch ganz neutral. „Leichenspürhunde”, sagt Achim Wiese, einer der Hundeführer, zu seinen Vierbeinern. „Sie können aber auch bewusstlose Menschen finden”, fügt er schnell hinzu. Aber auch sie finden bis zum Einbruch der Dunkelheit gar nichts. Was Wiese nicht stört. „So bleibt Hoffnung.“ Ein Funken Hoffnung. Auch für die Menschen in der Umgebung, wo die Polizei gestern hunderte Zettel mit Mircos Bild und Beschreibung austeilt. „Man darf nie aufgeben”, sagt eine Frau im Supermarkt. „Vielleicht wird ja alles wieder gut. Vielleicht ist er ja nur weggelaufen.” Doch dafür gibt es nach Einschätzung der Polizei keine Hinweise. Sie geht mittlerweile von einem Verbrechen aus. Von Mord, bestenfalls von Entführung.
Im Grefrather Stadtteil Oedt, wo noch die Fähnchen vom Schützenfest am Wochenende an langen Bändern über der Hauptstraße flattern, ist Mirco am Freitag kurz nach 21 Uhr das letzte Mal gesehen worden. Auf dem grünen Fahrrad, das man später auf einem Acker findet. An einer Stelle, an der zwei Zeugen am Freitagabend unabhängig voneinander ein dunkler Pkw aufgefallen ist, der dort rückwärts in einer Feldeinfahrt parkt. „Tatrelevant” hat Polizeisprecher Willy Theveßen diese Beobachtung genannt. Von „heißer Spur” spricht er nicht. Davon spricht derzeit niemand.
Auch deshalb wächst die Besorgnis in der Bevölkerung. Silke Weber (36), Mutter eines neunjährigen Jungen, ist deshalb vorsichtig geworden. „Mein Sohn geht erst einmal nirgendwo alleine hin.” Kein Einzelfall. „Man sieht kaum noch kleine Kinder ohne Begleitung auf der Straße”, hat Weber festgestellt.
„Eine furchtbare Geschichte“, nennt Helmi Röhrig, Direktorin der Grefrather Hauptschule Mircos Verschwinden. Die Schüler aus seiner Klasse hat sie am Montag vom Klassenlehrer informieren lassen – in Anwesenheit von Seelsorgern und Sozialpädagogen. Doch seitdem läuft der Unterricht ganz normal weiter. „Das lenkt die Kinder am besten ab.“
Erste leise Fragen
Grefrath ist klein, hat nicht mal 8000 Einwohner. Mircos Eltern und seine drei Geschwister sind jedenfalls keine Unbekannten im Ort. „Nett” sollen sie sein und „freundlich”. Dementsprechend groß ist die Anteilnahme der Grefrather. Manche aber stellen mittlerweile auch Fragen. Leise noch und fast entschuldigend, aber sie fragen. Warum Mirco mit seinen zehn Jahren noch so spät allein unterwegs war, zum Beispiel. Vor allem aber, warum seine Eltern ihn erst am nächsten Morgen um 10.40 Uhr als vermisst gemeldet haben, wie die Polizei bestätigt. Hartnäckig hält sich in der Stadt das Gerücht, Mircos Mutter sei eingeschlafen, während sie auf ihren Sohn wartete. Das allerdings will die Polizei auf Anfrage nicht bestätigen. „Dazu sagen wir nichts.“
11:56
Ich vermute sie lassen deswegen nicht jeden mitsuchen, weil unerfahrene Sucher auch Spuren übersehen oder zunichte machen könnten... so wie die Hose des Jungen ja auch zuerst von einer Frau einfach mitgenommen wurde... sie hat sich dabei garnichts gedacht... .
22:44
Das ist doch echt eine Sauerei anstatt
Dankbar zu sein das Hilfe Angeboten wird.
Aber das ist nun mal unser Deutschland.
20:37
hi,bin gestern aus duisburg mit 5 freunden anhc grefrath gefahren,wir hatten dort bei der besagten nr angrufen und gefragt ob wir mit helfen dürften den junge zu suchen,da bekamen wir zur´r antwort nur wenn wir irgendwelcge gerätschaften hätten oder hundeführer werden hallo gehts noch,die sollen doch froh seien das sich leute mit an der suche beteiligen
18:58
Das ist mehr als die kleine Stecknadel im Heuhaufen.
Google Earth verdeutlicht, wie riesengroß die Wald und Grünflächen in der Umgebung von Grefrath sind.
Bis da alles durchkämmt ist....., schrecklich.
Und das Schlimme ist, suchen die 1000 Beamten dort, könnte das Kind schon längst in Holland oder sonst wo sein.
Ich will den Behörden kein Latein beibringen, aber wäre es nicht sinnvoll, bei solchen Suchaktionen die Bevölkerung mit einzuspannen ?
Freiwillige, egal wer auch immer mithelfen würde ?
Ein Staffelführer, der 500 Leute begleitet, so werden aus 1000 Polizisten schnell 50.000 Helfer.
Aber, ich spinn jetzt gerade mal ganz gewaltig...,
wenn das machbar wäre, hätte das schon längst jemand eingepottet.
Man kann nur warten, beten und hoffen.
17:29
Das hoffe ich auch für alle vor allem für den Jungen.
Deswegen sagte ich ja gestern, die Polizei und
die Bevölkerung sollten in Scheunen, Kellern
und einfach in jedem Haus fragen ob sie nachsehen dürfen.
Es ist doch oft auch schon vorgekommen das ein Nachbar ein Kind im Keller Gefangen gehalten hat
also sollte man auch dort suchen.
Bei uns hatte man vor Jahren ein kleines 8 Jähriges Mädchen gesucht,gefunden wurde es 3 Monate später von der Frau eines Anwalts im Keller ihres Hauses, leider kam jede Hilfe für das kleine Mädchen zu spät er hatte das Kind schon Wochen vorher Getötet.
17:12
Nach 21 Uhr war das Kind noch unterwegs? Da könnte meine Frau nicht schlafen, sie würde warten und ich wäre unterwegs ihn einsammeln/suchen.
Jeden Abend sagen wir unserem ebenfalls 10-jährigen beide Gute Nacht am Bett.
Das wir nicht merken, das er nicht da ist, ist völlig ausgeschlossen.
Trotzdem kann sowas passieren.
Er muss nicht tot sein! Er kann irgendwo eingesperrt sein oder verletzt, sowie das Mädchen aus Velbert unter dem Gullideckel.
Deshalb macht die Suche schon Sinn, ansonsten für die Aufklärung.
Ich hoffe für ihn und seine Eltern, das es noch gut ausgeht.
16:23
Man kann doch nicht sagen das er Tod ist, was soll das?
Man sollte nie die Hoffnung aufgeben.
Das die Eltern das nicht gemerkt haben kann ich auch nicht verstehen außer es war ihnen egal was er macht oder wo er hingeht und wann er nach Hause kommt aber wenn das der Fall ist sollten sie jetzt nicht jammern und Psychologische Hilfe in anspruch nehmen..
Nur wer weiß ob alles in der Presse so stimmt wie es geschrieben wird.
15:18
Unverständlich, dass die Mutter erst die Vermisstenanzeige am Sa aufgibt. Hat ein Streit stattgefunden am Freitagabend? Ist Mirco vielleicht weggelaufen von zuhause?
Normalerweise wird ein 10-jähriges Kind gleich als vermisst gemeldet, wenn es nicht ab 22 Uhr zuhause ist. Ist irgendwo irreführend oder ein Fehler der Presse? Und dann 1.000 Polizisten sollen die Fehler ausbaden nun, und wer bezahlt das alles? Lebendig ist er doch sowieso nicht mehr, seit Freitag sind mittlerweile 5 Tage vergangen oder er hat verdammtes Glück!
10:47
#14 NachdenklicheMutter
So denke ich auch . In ca.15 Stunden ist der Vorsprung des Täters wahnsinnig groß.
Auch mir ist es unverständlich, dass ein Elternteil schlafen geht und der andere so in seine PC-Arbeit vertieft ist, dass er nicht richtig zuhört.
Selbst die simple Überlegung, dass ein Kind nach dem Spielen hungrig nach Hause kommt und in diesem Alter noch versorgt werden sollte, stimmt mich nachdenklich.
Auch das Gute-Nacht-sagen muss doch gefehlt haben.
Obwohl mein ganzes Mitgefühl bei der Familie ist, ich kann das Verhalten der Eltern in dieser Situation ( sollten die Presseberichte stimmen ) nicht verstehen.
10:15
Sehr unwahrscheinlich,sie sollten lieber im privaten Umfeld suchen,eine Mutter mit drei Kindern.....