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Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht

22.03.2013 | 18:10 Uhr
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Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
Sie vermissen die europäische Solidarität: Angestellte der zyprischen Großbank Laiki (Popular) demonstrieren vor dem Parlament in Nikosia.Foto: afp

Brüssel.   Schon in wenigen Tagen könnte Zypern pleite sein. Bei einem ungeregelten Bankrott ist jedoch ein Austritt aus dem Euro nicht mehr nur eine theoretische Option. Die EU erhöht den Druck auf ihr angeschlagenes Mitglied. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Zypern, Europa und der Internationale Währungsfonds ringen um einen Ausweg aus der Finanzkrise, die den Inselstaat in akute Existenznöte bringt. Der Ausgang ist offen. Schon in wenigen Tagen könnte Zypern pleite sein. Ein Austritt aus dem Euro ist nicht mehr nur eine theoretische Option. Die EU erhöht den Druck auf ihr angeschlagenes Mitglied.

Wird Zypern aus der Währungsunion gedrängt?

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es zum ersten Ausscheiden eines Mitglieds aus der Eurozone kommt. Wenn keine Einigung über die Nothilfe und ihre Bedingungen gelingt, will die Europäische Zentralbank die zyprischen Institute ab Montag nicht länger flüssig halten. Die Großbanken Laiki und Bank of Cyprus, viele kleinere Institute in ihrem Gefolge, wären in Kürze pleite. Statt einer geordneten Umstrukturierung der völlig überdimensionierten zyprischen Banken käme es zum ungeregelten Bank­rott. Die Wirtschaft der Insel geriete in akute Liquiditätsnot.

Was bedeutet das?

Das Land stünde unter schwerem Druck, aus der Währungsunion auszutreten. Rein rechtlich kann es aber dazu nicht gezwungen werden. „Die EZB hält Zypern die Pistole an die Schläfe“, meint Carsten Brzeski, Volkswirt der ING-Bank in Brüssel. „Aber die Entscheidung abzudrücken, trifft die EZB nur mit politischer Rückendeckung.“

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Warum setzt die Europäische Union Zypern so hart unter Druck?

Das Argument, die Rettung einer kleinen Volkswirtschaft, mit einer geringeren Leistung als das Saarland, koste nicht die Welt, funktioniert auch umgekehrt: Die Kosten einer Nicht-Rettung wären möglicherweise ebenfalls überschaubar. Der Ansteckungseffekt würde sich im wesentlichen auf Griechenland beschränken. Die Kreditgeber EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) sind jedenfalls in Versuchung, an Zypern ein Exempel zu statuieren, solange dort Regierung, Parlament und Bevölkerung offenen Widerstand gegen die ausgehandelten Bedingungen für die Nothilfe leisten. Das Ganze ist aber auch ein großes Pokerspiel – nicht ausgeschlossen, dass die Zyprer in letzter Sekunde einlenken.

Was hat die EU gegen Zyperns Plan B einzuwenden?

Der dort geplante Solidaritätsfonds soll mit Mitteln aus den Rentenkassen, der orthodoxen Kirche, erhofften Erlösen aus der Ausbeutung der großen Gasfelder vor der zyprischen Küste und durch die Ausgabe von Anleihen gefüllt werden. Die EU-Geldgeber und der Internationale Währungsfonds haben zahlreiche Bedenken: Die Finanzierungslücke von knapp sechs Milliarden Euro werde auf diesem Wege nicht annähernd gefüllt. Ein Teil der Summe sei genauso unsicher wie einst die viel zu optimistisch kalkulierten Privatisierungserlöse im Krisenland Griechenland. Das meiste stelle nur ei­ne Verschiebung nach dem Prinzip „linke Tasche – rechte Tasche“ dar und erhöhe letztlich die Staatsschuld. Bundeskanzlerin Merkel hat höchstpersönlich den Daumen gesenkt: Zur Rettung von Banken die Rentenkasse anzapfen? „Keine gute Idee.“

Wie soll in diesen Tagen eine Massenpanik der Sparer in Zypern verhindert werden?

Die zyprischen Banken bleiben bis Dienstag geschlossen. Schon jetzt ist der freie Zahlungsverkehr eingeschränkt, der zu den Errungenschaften des europäischen Binnenmarkts zählt. Zu solchen Notmaßnahmen darf die EU greifen, wenn „die öffentliche Ordnung oder Sicherheit“ gefährdet sind. Das wird vermutlich aus Sicht der Verantwortlichen auch nach Wiederöffnung der Bankschalter der Fall sein. Um einer massenhaften Kapitalflucht vorzubeugen, werden Konteninhaber dann wohl nur kleinere Beträge abheben oder überweisen können.

Knut Pries

Kommentare
24.03.2013
18:44
Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
von GANDALF1959 | #23

Das Problem ist nicht der Euro als solcher. Das Problem sind die Banken deren Führungspersonal, die kriegen alle insgesamt den Hals nicht voll genug. Man sollte solche "Manager" und deren Helfer (Politiker) mit vollen Namen in der Öffentlichkeit (Zeitung, Internet u.s.w ) an den Pranger gestellt werden! Denn es kann nicht sein das zum wiederholten mal der kleine Bürger dafür abgestraft wird was Banken und ihre Regierungen (verantwortliche Politiker) an - sorry - ******* bauen.
Die ganze Solidarität gilt dem kleinen Bürger der keinen Einfluss auf den Lobbyismus der Banken und Politiker hat.
Und dieses wird auch hier in Deutschland über kurz oder lang noch zum Einschlag führen! Den unsere "Manager" und deren Helfer (Politiker) sind nicht viel besser.
Und daran ist ganz sicher nicht der Euro schuld sondern wieder einmal die ganzen Gierhälse (Bänker, Politiker u.s.w ) dieser Welt und nicht die Bürger der STAATEN.

24.03.2013
12:34
Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
von Karlot | #22

@ferdit23

Wikipedia bietet Basiswissen und verweist auf weitergehende Literatur. Erst Basiswissen erlaubt es "selbst zu denken" und die weitergehene Literatur zu verstehen.
Man kann ja auch nicht die höhere Mathematik verstehen, wenn man Algebra und Arithmetik nicht verstanden hat.
Oder basteln Sie sich die Welt zusammen aufgrund von innerem Wissen oder spinnerter Theoriefindung?


24.03.2013
12:20
Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
von ferdi23 | #21

@Karlot
Es soll Menschen geben, die sich nicht nur auf Wikipedia und Google verlassen, sondern auch andere Informationsquellen nutzen. Und schlimmer nocht: die auch noch selber denken und nicht nur Lehrbücher nachplappern.
Schönen Sonntag noch!

24.03.2013
12:14
Was das Internet noch verdeutlicht:
von Karlot | #20

eine große Anzahl von Menschen weiß nicht, wie das Geschäftsmodell von Banken ausssieht.
Ohne dieses Wissen kann man die Zypernkrise gar nicht nachvollziehen.

24.03.2013
12:10
Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
von Karlot | #19

@ferdi23

1. Damit ihr Geld wertbeständig bleibt, muss es gegen Zins weiterverliehen werden. Außerdem muss es weiterverliehen werden, damit es im Geldkreislauf verbleibt, und es es ansonsten nicht zu einem Wirtschaftseinbruch kommt. Denn das, was eingenommen wird ("Ihr Geld"), muss auch vollumfänglich wieder ausgegeben werden, damit dieselbe "Leistung" entsteht wie in der Vorperiode. Dass Sie auch weiterhin Geld verdienen können. ist allein der Tatsache geschuldet, dass andere Schulden machen, während andere Gläubiger sein wollen. Capito? (Wahrscheinlich nicht)
2. Ihr Geld gehört Ihnen, aber da es weiter´verliehen wurde, können nicht alle ihr Geld abheben. Das geht schon physisch nicht, weil das gesamte Bargeld dafür ja gar nicht vorhanden ist, sondern nur als Passiva, als Schuld, bei Ihrer Bank verbucht ist.
3. Mit Ihrem Buchgeld können Sie jederzeit ein Auto kaufen.

24.03.2013
11:46
Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
von Karlot | #18

Warum wohl die zypriotischen Banken geschlossen sind?

Es scheint, dass das Verständnis von Geld sehr gering entwickelt ist.

Da empfiehlt es sich, einmal bei der Wikipedia nachzulesen unter "Bank Run".

Es ist schon erstaunlich, es gibt zwar das Internet, aber das einzige, was das Internet deutlich macht, ist, dass die Leute keine Ahnung haben.

24.03.2013
11:44
Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
von ferdi23 | #17

@Karlot:
1. Geld arbeitet nicht. Arbeiten können nur Lebewesen.
2. Mein Geld gehört mir, auch wenn es Buchgeld ist. Die Bank verwaltet es nur, auch wenn sie es weiterverleht, bleibt es mein Geld.
3. Wenn ich ein Auto kaufe, will ich es bezahlen und nicht plötzlich als zahlungsunfähger Schuldner dastehen, nur weil ein paar Irre meinen, sie könnten mir mein Geld vorenthalten.

Sie wissen das noch nicht?

24.03.2013
11:38
Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
von Karlot | #16

@ferdi23

Was wohl nicht gelingen wird, das mit dem Kontoräumen.

Selbstverständlcih denken auch Sie, dass die Kontoführung der Banken Auskunft darüber gäbe, wie sich der Berg von Münzen und Scheinen, die die EZB zur Geldversorgung der Wirtschaft herstellen ließ, in den Tresoren der Banken stapelt und dass die Kontoauszüge ausweisen, wie diese sich aktuell auf die einzelnen Kontoinhaber verteilt.

Dei Leute glauben ja immer noch, Geld arbeite im Liegen...

Natürlich hat die Bank ihr Geld längst weiter verliehen.
Das wissen Sie nicht??????


1 Antwort
Was wohl nicht gelingen wird, das mit dem Kontoräumen.
von ferdi23 | #16-1

Ich habe es schon praktiziert. Mein Geld ist in einem sicheren Land außerhalb der EU. Und die Erträge versteuere ich dort und auch noch hier in der BRD.

24.03.2013
11:31
Warum Zypern vor dem Austritt aus dem Euro steht
von ferdi23 | #15

Mir hat die sog. Zypernkrise vor allem eines deutlich gemacht:
Mein Geld, das ich erarbeitet und versteuert habe, ist auf einem Bankkonto innerhalb der EU nicht sicher und gehört mir auch nicht mehr. Es kann jederzeit von den EU-Verbrechern und ihren Komplizen in der BRD in einer Nacht- und Nebelaktion ohne rechtsstaatliches Vorgehen enteignet werden.
Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, seine Konten zu räumen und sein Geld selbst zu bunkern.

24.03.2013
11:21
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #14

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