Wohnen ohne Barrieren

In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und im Wohnbereich ein immer wichtigeres Thema. Wer auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, braucht eine dazu passende Wohnung inklusive breiterer Türen, Aufzug, Zugangsrampe und bodengleicher Duschen. Noch gibt es nicht genügend dieser alters- oder behindertengerechter Wohnungen in NRW, es besteht dringender Handlungsbedarf insbesondere in den Ballungszentren.

Auf dem Land dünnen Ärztedichte und Nahverkehrsversorgung aus, die Wege zu den Supermärkten werden länger. Viele ältere Menschen werden deshalb in Zukunft in die Städte ziehen, auch, weil sie häufig nicht das Geld haben, ihre Häuser altersgerecht umzugestalten. Wer heute die Weichen dafür stellt, dass ausreichend barrierefreier und trotzdem günstiger Wohnraum vorhanden ist, sorgt nicht nur dafür, dass Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen würdevoll, weil selbstbestimmt leben können; sondern auch dafür, dass das Sozialsystem nicht über Gebühr belastet wird, weil Ältere gezwungen sind, in Pflegeheime umzuziehen.

Dass der Wohnungswirtschaft vor gesetzlich vorgeschriebenen Umbauten graut, ist angesichts der immensen Kosten nachvollziehbar – allein in Nordrhein-Westfalen müssen zig Milliarden investiert werden. Darauf verzichten sollte der Gesetzgeber dennoch nicht; gleichzeitig müssen aber Förderinstrumente ausgebaut werden, um eine zu hohe Belastung von Eigentümern und damit auch Mietern zu verhindern.