Ruhrlagebericht

Wirtschaft fühlt sich allein gelassen

Schon seit Wochen sind die Kraftstoffpreise im Sinkflug.
Schon seit Wochen sind die Kraftstoffpreise im Sinkflug.
Foto: Horst Ossinger/Archiv

Keine andere Region Deutschlands hängt so stark von Energiepreisen ab wie das Ruhrgebiet. Allein in Duisburg und am Niederrhein mit den großen Stahl- und Chemie-Werken werden rund 13 Prozent der industriellen Energie in Deutschland verbraucht.

Der drastisch gesunkene Ölpreis verschafft den Unternehmen zunächst einmal Luft. Sie frieren ihre Pläne ein, Investitionen und Produktionen ins Ausland zu verlagern. Wie lange das Rohöl, Sprit und Heizöl so billig bleiben werden, ist aber völlig offen.

Die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage der Kammern zeigen, wie kurzlebig Stimmungen und Erwartungen in der Wirtschaft geworden sind. Vor einem Jahr noch erschienen Abwanderungen als reales Szenario. Viele andere Probleme, mit denen speziell die Ruhrwirtschaft zu kämpfen hat, aber bleiben.

Der Strompreis trifft sie mehr als andere. Hinzu kommen hohe Gewerbesteuern, Schwächen bei der Infrastruktur und eine zunehmende Knappheit von Industrieflächen, die Betriebserweiterungen und Neuansiedlungen erschweren.

Die Ruhrwirtschaft fühlt sich von der Politik allein gelassen. Der Hilferuf sollte nicht unerhört bleiben.

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