Terror in Tunesien

Wir werden uns nicht einschließen

Bei einem Angriff auf ein Touristenhotel an der tunesischen Mittelmeerküste sind mehrere Menschen getötet worden.
Bei einem Angriff auf ein Touristenhotel an der tunesischen Mittelmeerküste sind mehrere Menschen getötet worden.
Foto: dpa

Winkende Menschen haben wir am Freitag fotografiert. Familien aus dem Ruhrgebiet zum Ferienstart. Fröhlich, entspannt, voller Urlaubsvorfreude. Am Flughafen, am Bahnhof, auf dem Rastplatz.

Fotos, die wir heute nicht drucken, weil der Kontrast unzumutbar wäre. Der Kontrast zu den Bildern von toten Touristen am Strand in Tunesien. Auch sie wollten nichts anderes als ein paar unbeschwerte Tage am Meer verbringen.

Es sind Bilder des Schreckens, die uns abermals ins Bewusstsein rücken, wie nah der Terror uns kommt, den wir nur über die Medien wahrnehmen. Und dass er mit noch so vielen Sicherheitsmaßnahmen kaum zu verhindern ist: Ein Extremist, der den Verlust des eigenen Lebens nicht fürchtet, wird seine Opfer finden. Am Strand oder in einer schiitischen Moschee.

Für Tunesien, in dem die demokratischen Sehnsüchte der arabischen Welt ihren Anfang nahmen und das vom Tourismus abhängt, sind die Anschläge ein katastrophaler Rückschlag. Was macht es mit uns? Wir werden weiter reisen, uns nicht zu Hause einschließen. Dann hätte der Terror gewonnen.