Karstadt

Wettbewerb um Konzernzentrale

Die Zentrale des Karstadt-Konzerns in Essen. Der im Jahr 1969 in Betrieb genommene Verwaltungskomplex im Essener Stadtteil Bredeney sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es in einer internen Mitteilung.
Die Zentrale des Karstadt-Konzerns in Essen. Der im Jahr 1969 in Betrieb genommene Verwaltungskomplex im Essener Stadtteil Bredeney sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es in einer internen Mitteilung.
Foto: dpa

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Essen den Karstadt-Konzern verlieren wird. Es wäre ein herber Verlust, wenn Karstadt dem Revier den Rücken kehrt.

Mitten in der Krise des Warenhauskonzerns mit Arbeitsplatzabbau, Filialschließungen und einem schwelenden Tarifkonflikt sucht Karstadt jetzt auch noch eine neue Konzernzentrale. Wie es scheint, will Geschäftsführer Stephan Fanderl in dem gebeutelten Unternehmen keinen Stein auf dem anderen lassen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Essen diesen traditionsreichen Konzern verlieren wird. Ein Bekenntnis zum Standort war bei Karstadt am Dienstag jedenfalls nicht zu hören. Wenn die Suche nach einem neuen Sitz wirklich offen sein sollte, wie die Unternehmensspitze vorgibt, dürfte nun rasch ein Wettbewerb der umliegenden Städte um die neue Zentrale beginnen. Die Wirtschaftsförderer werden sich mit lukrativen Angeboten gegenseitig überbieten. Karstadt wird sich die lukrativste Offerte aussuchen können.

Die BP-Zentrale blieb 2014 in Bochum, weil die Mitarbeiter die langen Fahrtzeiten nach Düsseldorf, wo eine Immobilie mit günstigerer Miete winkte, nicht in Kauf nehmen wollten. Es wäre ein herber Verlust, wenn nun Karstadt als Konzern von nationaler Bedeutung dem Revier den Rücken kehren würde.

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