Lokführerstreik

Weselskys Damoklesschwert

Die GDL hatte in dem komplizierten Tarifkonflikt ihre Mitglieder im vergangenen Jahr bereits sechs Mal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.
Die GDL hatte in dem komplizierten Tarifkonflikt ihre Mitglieder im vergangenen Jahr bereits sechs Mal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.
Foto: Bernd Wüstneck

Die trügerische Ruhe der vergangenen Monate konnte nicht darüber hinwegtäuschen: Der Tarifkonflikt zwischen Bahn und GDL war zwar vordergründig in eine Art Winterschlaf gefallen.

Hinter den Kulissen blieb der Druck im Kessel jedoch hoch. Schon in seiner Weihnachtsbotschaft an alle GDL-Mitglieder hatte Gewerkschaftsboss Weselsky die Lokführer mit säbelrasselnder Rhetorik auf einen harten Arbeitskampf 2015 eingeschworen.

Am Mittwoch packte der GDL-Chef das dazu passende Damoklesschwert aus.

Es stimmt etwas nicht mit der Verhältnismäßigkeit der Mittel

Deutschland erlebt gerade nicht nur eine neue Runde in einem der zähesten Tarifkonflikte der vergangenen Jahre. Wir werden Zeugen, wie das Grundrecht auf Streik einen Ansehensverlust erleidet, von dem es sich vielleicht nicht so schnell erholt.

In den Augen der Öffentlichkeit erhärtet sich nämlich zunehmend der Eindruck, dass in diesem Tarifkonflikt etwas grundsätzlich aus dem Ruder gelaufen ist. Wenn eine vergleichsweise kleine Berufsgruppe zwar das halbe Land lahmlegen kann, aber am Ende die eigenen Ziele nicht erreicht, dann stimmt etwas nicht mit der Verhältnismäßigkeit der Mittel.

Streiken, allein um Recht zu behalten, das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

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