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Wer kann schon in die Küche gucken?

05.03.2013 | 18:22 Uhr
Wer kann schon in die Küche gucken?
NRW prescht bei der Hygienekontrolle von Restaurants, Cafés und Imbissbetrieben vor. Rund 2000 Gastwirte in Duisburg und Bielefeld sollen in Kürze in einem „Kontrollbarometer“ im Internet bewertet werden.Foto: dapd
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Ja, es wäre durchaus nett, wenn der Gast auf einen Blick erkennen könnte, ob eine Gaststätte mal vom Amt die Rote Karte bekommen hat. Verbraucher können von „Hygieneampeln“ oder „Kontrollbarometern“ nur profitieren. Ein Pranger ist allerdings auch eine brutale Maßnahme.

Leckeres Essen erkennt jeder am Geschmack. Gute Küchen nicht unbedingt. Denn für das Reich des Koches hat der Gast kein Visum. Vielleicht ist der Küchenchef ein ehrbarer Mann. Einer, der jedes Salatblatt putzt und keine Bazille reinlässt. Vielleicht ist er auch einer von jenen, die wir aus diversen TV-Sendungen kennen. Ein Schmutzfink zwischen Schaben und Schimmel.

Das allerdings sind Extreme. Irgendwo dazwischen spielt sich das wahre Leben an gastlichen Stätten ab. Ja, es wäre durchaus nett, wenn der Gast auf einen Blick erkennen könnte, ob der Laden schon mal vom Amt die Rote Karte bekommen hat. Verbraucher können von „Hygieneampeln“ oder „Kontrollbarometern“ nur profitieren. Diese Pranger sind der Alptraum des Schmuddelkochs. In Dänemark gibt es schon seit 2001 ein Smiley-System. Ergebnis: vorbildliche Hygiene in fast allen Restaurants.

Ein Pranger ist aber auch eine brutale Maßnahme. Es darf nicht passieren, dass er Betriebe vernichtet, in denen mal was schief gelaufen ist. Das Internet vergisst nichts, heißt es. Das beißt sich mit einer alten Weisheit, die auch für Wirte gilt: Jeder verdient eine zweite Chance.

Matthias Korfmann

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