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Wenn wir streiten Seit’ an Seit’

25.01.2013 | 18:26 Uhr
Wenn wir streiten Seit’ an Seit’
Rainer Einenkel wird der Lüge bezichtigt, ausgerechnet vom Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Wolfgang Schaefer-Klug.Foto: Ingo Otto

Bochum. Zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt schießt der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schaefer-Klug eine Salve los. Niemand anderes als der starke Gewerkschaftsmann in Rüsselsheim steckt hinter dem Flugblatt, das – im Klartext – den Bochumer Gewerkschaftskollegen Rainer Einenkel der Lüge bezichtigt. Wenn wir schreiten Seit’ an Seit’...

Auch, wenn man von einem zerrütteten Verhältnis zwischen den beiden Arbeitnehmervertretern ausgehen muss, kann man Schaefer-Klugs Ausfall nur schlecht verstehen – es sei denn, man argwöhnt eine flankierende Maßnahme zu den Scharfschüssen des Aufsichtsratsvorsitzenden Girsky zu Wochenbeginn. Schaefer-Klug ist sein Vertreter, und es ist ein offenes Geheimnis, dass sein ebenfalls nicht ausgelasteter Standort Rüsselsheim erste Wahl für die Produktion des Zafira ist, wenn in Bochum keine Autos mehr gebaut werden. Oder hat Girsky mit seinem Drohszenario eine Falle gebaut, um den Riss zwischen den beiden „verfreundeten“ Gewerkschaftern sichtbar zu machen?

Und Einenkel? Wird er nachkarten? Die gute Nachricht ist: auf keinen Fall – vor Montag.

Gerd Heidecke

Kommentare
25.01.2013
21:49
Wenn wir streiten Seit’ an Seit’
von gudelia | #3

Als Betriebsratskollegen bespricht man das untereinander. Sollte es zu keinem Ergebnis kommen hält man sich, in einer Situation wie die jetztige, raus und sagt garnichts.
Das Flugblatt ist ein offensichtliches sich "Ansch......" bei der Firmenleitung. "Wir sind brav, guckt mal die da!"
Aber, es ist wie überall, die im "Stammwerk" glauben immer die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und halten sich, aufgrund der Nähe zur FL, für was Besseres.
Arme Würstchen.

25.01.2013
20:08
Tja....
von doddl2 | #2

Wenn sich jemand mal die Mühe gemacht hätte, den Text von Girsky zu lesen (und zu verstehen!!), wäre schnell aufgefallen:

die ganze Nummer um eine "Erpressung" der Bochumer Belegschaft war eine schlichte *Erfindung* der Medien/des Bochumer BRs - bestenfalls ein Missverständnis.

Unabhängig(!) vom Ausgang dieser Sanierungsverhandlungen ist das Ende der Produktion (Stand jetzt, muss man ja bei Opel vorsichtigerweise sagen...) Ende 2014 fix - das war Klartext, keine Erpressung. Auch wenn das Einenkel & Co (und mir übrigens auch nicht!) nicht gefällt, kann man den Rüsselsheimern jetzt nicht vorwerfen, dass sie exakt darauf hinweisen.

"to make it absolutely clear"

25.01.2013
19:47
Hallo??
von vaikl2 | #1

Wer in den letzten Jahren der kindlich-naiven Auffassung war, alle Opel-Betriebsräte zögen zusammen mit einem fast schon autistischen Soloplayer Einenkel an einem Strang, sollte mit seinen Sinnen mal in die Werkstatt.

Das jetzt als "Bedrohung" der Verhandlungen zu interpretieren, setzt der Ahnungslosigkeit nur noch die Krone auf. Anscheinend war Jedem außer Einenkel klar, dass das Opel-Management keinesfalls irgendeine belastbare Garantie über 2014 hinaus gegeben hatte. Oder die Belegschaft in Bochum glaubt trotz aller Enttäuschungen ihrem Einenkel immer noch mehr als dem Rest der Welt...

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