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Wenn Politiker vom Pferd erzählen

24.02.2013 | 18:58 Uhr
Wenn Politiker vom Pferd erzählen
Beunruhigender als die Forderung Pferdefleisch-Lasagne an Arme zu verteilen, ist dass Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) die Idee unterstützt.Foto: Robert Schlesinger/dpa

Wenn ein weitgehend unbekannter Bundestags-Hinterbänkler zwei Tage hintereinander die Titelgeschichte des Boulevards liefert, bedeutet das für den Betroffenen zumeist nichts Gutes. Lauert dort ein Betrug ungeheuren Ausmaßes? Ein bizarrer Sexskandal gar?

Hartwig Fischer, 64-jähriger CDU-Abgeordneter aus Niedersachsen, hat es ohne die sonst üblichen Zutaten geschafft. Mit seiner zynischen Forderung, Pferdefleisch-Lasagne an Arme zu verteilen, sorgte er für geschmacklose Schlagzeilen. Fischers Gier, einmal im Leben aus der grauen Abgeordneten-Masse hervorzutreten, mag ihn zu seinem Vorstoß verleitet haben. Und die Strafe folgt sicherlich auf dem Fuße: In Kürze schon wird Hartwig Fischer wieder als Hinterbänkler unter medialer Nichtbeachtung leiden.

Nun hält eine gefestigte Demokratie wie die unsrige auch Menschen wie Hartwig Fischer aus. Was uns mehr Sorge bereitet: Der Niedersachse erhält inzwischen prominente Unterstützung. Dirk Niebel äußert sich nämlich ähnlich sinnfrei. Niebel ist Entwicklungsminister. Der FDP-Mann sitzt in der Bundesregierung. Das lässt uns schaudern.

Lutz Heuken


Kommentare
06.03.2013
23:40
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

25.02.2013
18:33
Wenn Politiker vom Pferd erzählen
von wkah | #8

Also mal ganz wirtschaftlich gesehen

Pferdefleisch ist nicht so unbedingt billig.
Welchen Grund sollte es also für "Panscher" geben, teures Pferdefleisch in eine Lasagne zu mischen - die wollen doch damit Geld machen ?
Resultat : es dürfte sich wohl in der Regel nicht um einwandfreies Pferdefleisch handeln.

Soweit ich weiß muss eine Lasagne in die Kühlung
Wie soll da eine Verteilung - an wen auch immer stattfinden - sollen die alle noch die passende Kühltruhe dazu kaufen

Resultat - ein absoluter Schuss in den Ofen

25.02.2013
18:19
Wenn Politiker vom Pferd erzählen
von retaveido | #7

@gudelia
sehe ich genauso

@karmey
"rechtlich nicht zum Verzehr geeignet" - ein geklautes Stück Filet darf also auch nicht gegessen werden?
woher wissen Sie, dass das Fleisch nicht zum menschlichen Verzehr zugelassen wurde?

@Lutz Heuken
Der Kommentar ist völlig daneben!
Es werden ein CDU Politiker und ein FDP Minister (für beide hege ich keine Sympathie) absolut unsachlich angegangen.
Der Kommentar steht direkt neben der Meldung, dass auch die ev. Kirche vor voreiliger Vernichtung von Pferdelasagne "Wir als Kirche empfinden die Wegwerfmentalität in unserer Gesellschaft als bedenklich" warnt.
Mehreren Artikeln der WAZ kann man entnehmen, dass Pferdefleisch nicht minderwertig ist bzw. Gammelfleisch bisher nicht nachgewiesen wurde. Im Gegenteil dürfte in manchem Rind mehr Rückstand sein als in Pferden, weil diese nicht zum Verzehr gezüchtet werden.
Lassen wir die "Armen" und andere doch selber entscheiden, ob sie Lasagne mit Pferdefleisch essen wollen. Gezwungen wird keiner.

25.02.2013
17:53
Wenn Politiker vom Pferd erzählen
von herb630 | #6

Warum läßt man die Bedürftigen nicht selbst entscheiden? Kann man ja dann immer noch entsorgen oder?

25.02.2013
13:22
Wenn Politiker vom Pferd erzählen
von Tritt_Brettfahrer | #5

@Lutz Heuke: Es gibt sie in der WAZ also doch noch – die guten Kommentatoren. Selten einen so treffenden Kommentar gelesen.

@EiskoenigOB: Den gleichen Gedanken hatte ich gerade auch: Einfrieren und die nächsten 50 Jahre auf den FDP-Parteitagen servieren. Vielleicht haben die ja Glück und es gibt im nächsten Jahr bereits gar keine Parteitage mehr.

@gudelia: Wenn es sich hier nur um umetikettierte Ware handelt, wäre das ja noch in Ordnung. Aber sind Sie wirklich so naiv, zu glauben, dass mit dem Fleisch an sich wirklich alles in Ordnung ist?

2 Antworten
Wenn Politiker vom Pferd erzählen
von gudelia | #5-1

Was man bisher lesen konnte waren die Proben, bis auf einige wenige, alle in Ordnung, sprich: Es war halt nur falsch etiketiert. Wenn ich also Ihnen folgen würde dürfte ich nichts mehr kaufen, siehe Pferd, Gammelfleisch, Bio-Eier usw. usw. Wo sollte also mein Vertrauen beginnen? Bei all meinen Aussagen bin ich mir bewußt, daß eine hochkriminelle Energie sich im Lebensmittelhandel tummelt und die Politiker immer noch alles auf die Verbraucher schieben.

Wenn Politiker vom Pferd erzählen
von gudelia | #5-2

Ach, noch etwas, schlimmer sind das verdorbenen Gemüse und Obst. Wegen "legaler" Bestrahlung als solches nur noch sehr schwer zu erkennen.

25.02.2013
12:19
Wenn Politiker vom Pferd erzählen
von siebert2 | #4

mehr netto vom brutto.allerdings für die panscher.

25.02.2013
09:14
Herr Niebel redet menschenverachtend
von karmey | #3

Es ist sehr zynisch, anderen Menschen Lebensmittel zum Verzehr anzuempfehlen, die aus kriminellen Handlungen entstanden sind und rechtlich nicht zum Verzehr geeignet sind. Das Fleisch in diesen Produkten stammt aus unsicherer Quelle, von Tieren, die nicht vom Tierarzt untersucht worden und zum menschlichen Verzehr zugelassen sind. Wer weiss denn, mit welchen Stoffen und Medikamenten diese Tiere vor ihrer Schlachtung behandelt worden sind, welche der Konsument dann mitisst?

Bundesminister müssen das Recht vertreten und es schützen. Wenn Herrn Niebel armen Menschen Abfälle zum Essen empfiehlt, dann ist es auch nicht mehr weit bis zur Forderung nach Einschränkung oder Verweigerung von ärztlicher Behandlung oder Pflege im Alter. Wer armen Menschen noch nicht einmal mehr ordnungsgemässe Lebensmittel zugestehen will, warum sollte dieser ihnen dann noch angemessene ärztliche Behandlung oder überhaupt ein menschenwürdiges Leben zugestehen?

25.02.2013
08:53
Wenn Politiker vom Pferd erzählen @gudelia
von EiskoenigOB | #2

Nein, ich sehe das anders. Wenn der o.g. "Hinterbänkler" oder gar Herr Niebel sagen, daß es sich um gute, einwandfreie Lebensmittel handelt, dann wäre es doch einfach, beim nächsten FDP-Treffen mal nicht Lach-Brötchen, Canapees und sonstige "teure" Häppchen zu kredenzen, sondern eine Groß-Bestellung der genannten Lasagne aufzugeben und das so eingesparte Geld z.B. der ortsansässigen Tafel zukommen zu lassen. Doch ich bin überzeugt, daß die genannten "Volksvertreter" einen Verzehr der Schummelware genauso ablehnen, wie das alle anderen auch tun. Es steht Ihnen jedoch frei, sich zu informieren, wo es diese qualitativ gute, umetikettierte Ware gibt und sich damit (Achtung Wortspiel) einzudecken.

25.02.2013
08:04
Wenn Politiker vom Pferd erzählen
von gudelia | #1

Ich kann Ihre Schelte nicht nachvollziehen. Was soll denn da an Bedüftige verschenkt werden? Kein Gammelfleisch, kein Müll oder Dreck, sondern einfach nur qualitativ gute, umetikettierte Ware. Wer sie nicht möchte kann sie ablehnen.
Sie, allerdings, wollen Lebensmittel vernichtet sehen, aus reinem Populismus.

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