Warnsignale aus Bayern und von Schalke

Pep Guardiola steht in München unter großem Druck.
Pep Guardiola steht in München unter großem Druck.
Foto: Bongarts/Getty Images
Bayern-Trainer Pep Guardiola beklagte nach der ersten Runde im DFB-Pokal den großen Druck und eine überzogene Erwartungshaltung. Julian Draxlers Auftritt im Schalker Pokalspiel gegen Fünftligist Nöttingen lässt sich ganz ähnlich interpretieren. Ein Kommentar.

Essen.. Ein paar hundert Kilometer voneinander entfernt haben Julian Draxler und Pep Guardiola zum Ausklang der ersten Pokalrunde sehr verschiedene Dinge getan. Hinter denen doch ähnliche Dinge stecken.

Guardiola wurde zu einer Art Wundertrainer erhöht

Schalkes großes Talent Draxler hat sich in Karlsruhe gegen einen Nöttinger Amateurspieler eine Tätlichkeit erlaubt und hätte dafür Rot sehen können. Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola stand in Osnabrück vor den Kameras und sagte nach einem 5:0 entschuldigend: „Wir können nicht immer 7:0 oder 8:0 gewinnen.“

Guardiola ist schon vor seiner Ankunft in München verklärt worden: als hoch intelligenter und gebildeter Weltbürger, als einfühlsamer Querdenker. Vor allem ist er überhöht worden zu einer Art Wundertrainer. In Gelsenkirchen ist es bei Draxler ganz ähnlich gelaufen, Schalke preist ihn als Gesicht des Vereins, und mehr noch, als Versprechen auf eine große Zukunft.

Die Erkenntnis, dass das alles etwas zu viel verlangt sein könnte, müsste beiden Vereinen spätestens nach den Warnsignalen im Pokal kommen. Julian Draxlers großer Vorteil und Unterschied zu Pep Guardiola ist: Sein Verein kann den Dampf rausnehmen, die Erwartungen moderieren und Draxler dadurch schützen. Es wäre eine Fürsorge, die Guardiola beim FC Bayern nicht genießen wird.