Viele Unbekannte

Jede Stunde, in der die Waffen in der Ostukraine weithin schweigen, macht mehr Hoffnung, dass es tatsächlich zum dauerhaften Frieden kommt. Doch wie fragil die Lage dort ist, machen die gegenseitigen Vorhaltungen über neuerlichen Beschuss deutlich. Es gibt viele Unbekannte: Wie verhalten sich die berüchtigten Freiwilligen-Bataillone auf ukrainischer Seite? Was passiert im immer noch umkämpften Debalzewo? Werden sich die Ukrainer dauerhaft weigern, ihre schweren Geschütze abzuziehen?

Der Fahrplan zum Frieden ist jedenfalls schon in seiner ersten Phase durcheinander geraten. Vor allem Angela Merkel und Fran-çois Hollande, die mit ihrer vermittelnden Hartnäckigkeit im Vorfeld von Minsk und in der weißrussischen Hauptstadt selbst viel getan haben, um einen Waffenstillstand zu realisieren, sind mit ihrer Arbeit noch längst nicht am Ende. Man darf sicher sein, dass hinter den Kulissen weiter telefoniert und gefeilscht wird. Geduld auf allen Seiten ist in dieser Phase sicherlich eine gute Beraterin.