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V-Leute beim Fußball – ein Fehler

08.01.2013 | 18:59 Uhr
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V-Leute beim Fußball – ein Fehler
Die Polizei hat V-Leute bei Fußballfans eingesetzt.Foto: imago

Polizeigesetz hin, Polizeigesetz her – V-Leute, die in die Fußball-Fanszene eingeschleust werden, agieren in einer Grauzone. Man muss nicht – wie die Piraten – reflexartig das Schlagwort vom „Überwachungsstaat“ strapazieren. Aber Zweifel sind geboten, ob der Einsatz staatlich entlohnter Spitzel gegen Stadionbesucher angemessen ist.

Der Befund ist klar. Die Gewalt rund um den Fußball nimmt zu, fast jede Saison werden mehr Strafverfahren und mehr Verletzte gezählt. Die Clubs haben zu lange weggesehen und die Arbeit der Polizei überlassen, die das Ausmaß ihrer Belastung kaum noch rechtfertigen kann. Denn es soll ja noch andere Tätergruppen geben als durchgeknallte Fans.

Abhilfe lässt sich nur schaffen mit intelligenten Konzepten und mehr Verantwortung der Vereine. Aber V-Leute? Ihre klassischen Einsatzfelder sind politischer Extremismus oder Organisierte Kriminalität, die nicht in der Südkurve gedeihen. Wer den Fans misstraut, wird Misstrauen ernten. Ganz abgesehen davon, dass der Erkenntnisgewinn durch V-Leute oft lächerlich klein ist. Auch NRW-Innenminister Jäger müsste das wissen.

Theo Schumacher

Kommentare
14.01.2013
09:38
V-Leute beim Fußball – ein Fehler
von Distanz5 | #4

Na, Herr Schumacher? Randale bei MSV gegen RWE, verbredete (!) Randale bei der Durchrreise der Schalker durch Dortmund? Merkense was?

09.01.2013
15:54
V-Leute beim Fußball – kein Fehler, Herr Schumacher!
von vaikl2 | #3

Generalstabsmäßige Verabredungen zu Prügeleien und Raubüberfällen auf gegnerische Fans, das oftmals durch mehrere Personen koordiniert umgangene Verbot von Pyro-Material in den Stadien und dessen Abbrennen mit Zielwurf auf Ordner, Polizei und andere Zuschauer *sind* Auswüchse organisierter Kriminalität und gehören demnach zum klassischen, legalen Einsatzgebiet von V-Leuten durch die Polizei.

Dass von den Fan-Verbänden weiterhin das lächerliche Märchen verbreitet wird, die "guten" Ultras kümmerten sich nur um die Stimmung, während die "bösen" Hools nur draußen prügeln, führt eher zu Misstrauen zwischen den Beteiligten als jeder seit Jahrzehnten legal eingesetzte V-Mann.

1 Antwort
V-Leute beim Fußball – ein Fehler
von christian2812 | #3-1

Sehr geehrte(r) vaikl2,

ja das sind Auswüchse, die will kein Mensch sehen und ja, ich gebe Ihnen sogar recht, dass es deutlich über die Grenze hinaus geht ....

.... aber mal ehrlich, eine Verallgemeinerung vorzunehmen und mit diesem Einsatz von V-Leuten eine große Masse in Sippenhaft zu nehmen ist in meinen Augen zumindest rechtlich bedenklich. Ich find es schon sehr schlimm, wenn Medien so berichten und Politiker so handeln dass aus einer kleinen (bekloppten) Gruppe ein Riesen-Problem wird, aber wenn dies auch durch ein solches Vorgehen seitens der Exekutive unterstützt wird ist dies für mich auch über die Grenze.

Aber anscheinend wird ja das Ziel erreicht, dass viele Fans nur noch als Randalierer gesehen werden und wir hier ein Riesen Sicherheitsproblem haben. DAS HABEN WIR NICHT, auf jeder Dorfdisco oder jedem Oktoberfest gibt es verhältnismäßig mehr Randale o.ä.

Das soll das Verhalten einzelner nicht rechtfertigen!

09.01.2013
11:10
V-Leute beim Fußball – ein Fehler
von Distanz5 | #2

Falsch Herr Schumacher: eine Szene, von der Unbeteiligte vor einer Kneipe zum Invaliden geprügelt werden muss überwacht werden. Eine Szene, die generalstabsmäßig Sicherheitsvorkehrungen unterwandert um Randale anzuzetteln, muss überwacht werden. Eine Szene die nachweißlich in mehreren Stadien von Rechtsextremisten zumindest teilweise durchsetzt ist, muss überwacht werden. Eine Szene, die (echte) Fans von der Autobahn abdrängt und mit Steinen beschmeißt muss überwacht werden. Eine Szene die Spieler eines anderen Vereins krankenhausreif schlägt muss überwacht werden... weitere Beispiele werden leider folgen.

2 Antworten
V-Leute beim Fußball – ein Fehler
von christian2812 | #2-1

Sehr geehrter Distanz5,

ja das sind Auswüchse, die will kein Mensch sehen und ja, ich gebe Ihnen sogar recht, dass es deutlich über die Grenze hinaus geht und ja ich gebe Ihnen völlig recht, dass links oder rechstextreme Auswüchse zu überwachen sind....

.... aber mal ehrlich, eine Verallgemeinerung vorzunehmen und mit diesem Einsatz von V-Leuten eine große Masse in Sippenhaft zu nehmen ist in meinen Augen zumindest rechtlich bedenklich. Ich find es schon sehr schlimm, wenn Medien so berichten und Politiker so handeln dass aus einer kleinen (bekloppten) Gruppe ein Riesen-Problem wird, aber wenn dies auch durch ein solches Vorgehen seitens der Exekutive unterstützt wird ist dies für mich auch über die Grenze.

Ich will damit keines der von Ihnen angesprochenen Vergehen/Verbrechen rechtfertigen, nur die Wahl der Mittel in Frage stellen.

V-Leute beim Fußball – ein Fehler
von Distanz5 | #2-2

Moinsen Christian,

ich habe seit 1989 eine Stehplatz-Dauerkarte beim BVB (dessen "Fan"szene sicherlich auch überwacht wird), bin noch nie, weder bei Heimspielen noch bei Auswärtsfahrten, mit der Polizei oder anderen Fans aneinandergeraten, noch bin ich einer von den warum auch immer heldenhaft verehrten Stadionverbotlern. Es ist ja unbestreitbar, das es hier nicht um den "Fanclub Pumuckel" geht. Das Praktische in diesem Zusammenhang ist, dass die Polizei in der Fanszene "ihre Schweine am Gang" erkennt, eine zielgenaue Beobachtung somit möglich sein sollte. Ich fühle mich daher auch nicht in Sippenhaft genommen.

Beste Grüße

08.01.2013
21:25
– ein Fehler ist es ....
von Forwhomthetollbells | #1

... hier wieder den Begriff "FAN" zu missbrauchen.
Hooligans, gewaltbereite Existenzen, Leute, die verbotene Bengalos ins Stadion schmuggeln und zünden, SIND KEINE FANS!

Diese Leute, die noch in der Masse von Sympathisanten geschützt und gedeckt werden, müssen dann eben durch V-Leute einer schnellen, konsequenten und wirksamen Bestrafung zugeführt werden.

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