Trauer auch in Afghanistan

Erstmals seit Juni 2011 ist wieder ein deutscher Soldat in Afghanistan gefallen.
Erstmals seit Juni 2011 ist wieder ein deutscher Soldat in Afghanistan gefallen.
Foto: Bundeswehr/Steffen Kascheik
Was wir bereits wissen
Viele Menschen in Afghanistan empfinden Angriffe auf deutsche Soldaten wie die am Samstag als Angriff auf sie selbst. Sie fürchten die Zeit nach 2014, denn sie ahnen: Nach dem Abzug der Truppen geht das Ringen um die Macht erst richtig los.

Vor einem Jahr nannte das Bundesverteidigungsministerium die Frühjahrsoffensive der Taliban eine „Propagandahülse“. Angesichts der Nachrichten stellen wir fest: Im Frühjahr 2013 ist der Terror der Taliban kein Propagandatrick. Der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan, den viele Bürger hierzulande nie gewollt haben, ist so gefährlich wie lange nicht. Und die deutsche Öffentlichkeit sehnt den Tag herbei, an dem die Soldaten abziehen.

Die Afghanen fürchten hingegen die Zeit nach 2014. Sie ahnen: Nach dem Abzug der Truppen geht das Ringen um die Macht erst richtig los. Deutschland gilt dort nicht als Besatzungsmacht. Auch wenn es kaum einer hören will: Viele Menschen in Afghanistan empfinden Angriffe auf deutsche Soldaten wie die am Samstag als Angriff auf sie selbst.