Tolle Tage mit Griechenland

Griechenland wird seit vielen Jahren schlecht regiert. Die neue Führung ist daran schuldlos. Aber sie ist dreist.

Eine Zumutung ist Yannis Varoufakis, der Finanzminister, der die Hilfen für die Griechen im neuen „Spiegel“ mit „Waterboarding“ vergleicht, mit der berüchtigten Foltermethode der CIA.

Erinnern wir uns: Die EU hat Geld geliehen, um die Griechen vor der Pleite zu retten. Allein die deutschen Steuerzahler stehen für 70 Milliarden Euro gerade. Es war nicht selbstlos. Die Hilfe hatte auch das Ziel, das Finanzsystem zu stabilisieren. Aber: Eine solidarische Aktion war es doch.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Die Griechen wollen weiter Geld sehen, aber weniger Auflagen erfüllen. Ihre Schulden wollen sie auch nicht zurückzahlen.

Sie wollen einen Schuldenschnitt. Schlimm ist, dass sie Erfolg haben könnten, da sich keiner traut, den Geldhahn zuzudrehen, den Ausstieg aus dem Euro-Raum in Kauf zu nehmen.

Ein Problem hat die Regierung Tsipras mit Deutschland. Es begann damit, dass er bei seiner Antrittstour Berlin ausklammerte. Erst sollte Kanzlerin Merkel isoliert werden. Mal wurde ihr vorgeworfen, Griechenland zur Schuldenkolonie zu machen, mal alte Rechnungen aufgemacht. Das Verhalten von Halbstarken. Ob Varoufakis und Tsipras das Ende bedacht haben? Wie soll Merkel ihre Partei, den Bundestag, ihre Wähler für neue Solidarität gewinnen?