Tiere als Abfallprodukte

Rund 21 Millionen Küken werden jährlich sofort nach dem Schlüpfen vergast und geschreddert, weil sie später keine Eier legen können.
Rund 21 Millionen Küken werden jährlich sofort nach dem Schlüpfen vergast und geschreddert, weil sie später keine Eier legen können.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Tierschutz erlaubt die Tötung von Tieren - hier: das Schreddern von männlichen Küken - nur aus vernünftigen Gründen. Was aber ist „vernünftig“?

Ging es nach Umweltminister Remmel, wäre das massenhafte Schreddern von männlichen Küken längst verboten. Doch die Betriebe klagten gegen den Erlass, er kostet sie bares Geld. Denn der Wettbewerb ist knallhart und die Hersteller müssen scharf kalkulieren. Der Gewinn pro Tier ist derart gering, dass nur Geld machen kann, wer Zehntausende Hühner gleichzeitig großzieht, mästet und sie am Fließband tötet und zerlegt.

In diesem Prozess ist das männliche Küken Ausschuss, ein Fehler im rationalisierten System der Massenfleischerzeugung. Nun erlaubt der Tierschutz die Tötung von Tieren nur aus vernünftigen Gründen. Was aber ist „vernünftig“? Darüber gehen die Meinungen bei Erzeugern und Tierschützern weit auseinander. Ist vernünftig, was ökonomisch sinnvoll ist und den Preis niedrig hält? Oder was dem Tierwohl dient? Der Kunde hat letztlich die Wahl, welche Argumente er für triftiger hält.