Teure Verbrennung

Obwohl in NRW nur noch vier Millionen Tonnen Müll im Jahr anfallen, stehen Müllverbrennungsanlagen mit einer Kapazität von über sechs Millionen Tonen bereit.
Obwohl in NRW nur noch vier Millionen Tonnen Müll im Jahr anfallen, stehen Müllverbrennungsanlagen mit einer Kapazität von über sechs Millionen Tonen bereit.
Foto: Christian Charisius/dpa/Archiv
Was wir bereits wissen
Glas, Papier, Wertstoffe und Biomüll dürfen nicht mehr in die graue Tonne. Die Müllöfen in NRW drücken deshalb teure Überkapazitäten.

Wie bei den steigenden Stromkosten durch die Energiewende muss der Bürger auch beim Müll ständig höhere Gebühren hinnehmen. Nach dem Verursacherprinzip sind die Haushalte für die Entsorgung finanziell verantwortlich. Daran gibt es ordnungspolitisch nichts auszusetzen.

Dass einzelne Kommunen aber über die Müllgebühren ihre Haushalte auf Kosten der Mieter und Hausbesitzer konsolidieren, ist ein übler Akt des Abkassierens. Vor allem die Intransparenz bei Kosten der Müllverbrennung wird zum massiven Ärgernis.

Verbrennungsanlagen sind schlecht ausgelastet

Im Volk der Mülltrenner sind die Verbrennungsanlagen auch wegen des Bevölkerungsrückgangs nur noch schlecht ausgelastet, die hohen Fixkosten belasten die Betreiberstädte über Gebühr.

Recycling Weil Glas, Papier, Wertstoffe und Biomüll nicht mehr in die graue Tonne dürfen, drücken die Müllöfen in NRW teure Überkapazitäten. Dafür müssen Haushalte und Betriebe in Städten mit MVA tief in die Taschen greifen.

Umweltminister Remmel will im Abfallwirtschaftsplan fünf Regionen festlegen, innerhalb derer Kommunen nach dem „Prinzip Nähe“ ihren Müll verbrennen dürfen.

Das ist umweltgerecht, der Verzicht auf Mülltourismus zur billigsten Verbrennung wird den Preis aber weiter hochtreiben. So ist es denn beim Müll wie bei der Energiewende: Politische Wünsche kosten Geld.

Die Deponierung von Hausmüll in freier Natur war und bleibt ein Umweltfrevel ersten Ranges. Deshalb war die thermische Verwertung nach der Sortierung der Wertstoffe konsequent. Ob allerdings auf Dauer die zu großen Kapazitäten der Müllverbrennungsanlagen vorgehalten werden müssen, scheint fragwürdig.