Teure Transfers allein helfen dem VfL Wolfsburg nicht

Der Abschied von Mourinho und Chelsea steht bevor: Andre Schürrle.
Der Abschied von Mourinho und Chelsea steht bevor: Andre Schürrle.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Mit der bevorstehenden Verpflichtung von Andre Schürre setzte der VfL Wolfsburg vor dem Rückrundenstart noch einmal ein Signal. Um die Bayern mittelfristig herauszufordern können, ist allerdings mehr als die VW-Kohle nötig. Ein Kommentar

Essen.. Für den ersten Paukenschlag zum Rückrundenstart sorgte der VfL Wolfsburg schon vor dem Anpfiff. Der sich abzeichnende 30-Millionen-Euro-Transfer von Andre Schürrle dürfte als Signal für einen baldigen Angriff des VW-Klubs auf Branchenführer Bayern München gewertet werden.

Wer Fußball allein über Geld definiert, kann tatsächlich zu diesem Schluss kommen. Aber die Bundesliga-Geschichte zeigt, dass die Bayern eine Ausnahmestellung einnehmen. Wenn sich die Titelträume ihrer Konkurrenz erfüllt haben, hing dies nie mit einer kapitalen Aufrüstung zusammen. Übrigens selbst nicht beim Wolfsburger Coup 2009. Damals düpierte der VfL unter Felix Magath den hohen Favoriten vor allem deshalb, weil sich die Neuzugänge Edin Dzeko, Grafite und Zvjezdan Misimovic als preiswerte Glücksgriffe erwiesen.

Teure Transfers garantieren keine Titel

Würden teure Transfers Titel garantieren, wäre in den vergangenen 25 Jahren Bayer Leverkusen längst Meister geworden – und nicht der 1. FC Kaiserslautern (1991, 1998), Werder Bremen (1993, 2004) und der VfB Stuttgart (1992, 2007). Vereine, die Kreativität bei der Kaderzusammenstellung und der Trainerwahl auszeichnete. Was auch auf die beiden Titel von Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp (2011, 2012) zutrifft. Der BVB hatte daraus gelernt, dass er sich nach den Meisterschaften 1995, 1996 und 2002 beim finanziellen Wettrüsten mit den Bayern fast verhoben hätte.

VfL Wolfsburg Sicher, die Sorge vieler Fußballfreunde, dass künftig – neben den Bayern, versteht sich – womöglich allein Vereine, die Großkonzerne (VW, Red Bull) im Rücken haben, um Titel mitspielen können, ist nicht unbegründet. Tröstlich jedoch ist: So einfach, wie es scheint, funktioniert Fußball nicht. Und das bleibt das Schöne an diesem letztlich immer noch unberechenbaren Spiel.