Teure Anschubhilfe

Sie bietet sich an. Natürlich. Wenn es um Tunnel geht, kommt niemand um diese Redensart herum. Gut, sie ist abgegriffen. Schlechter macht es sie nicht. Nahezu alle Teilnehmer sehen nach dem Bahn-Gipfel in Arnsberg Licht am Ende des Tunnels. Das ist ein Signal. Sie haben auch lange genug im Dunkeln gesessen, möchte man hinzufügen.

Fürwahr. Die Deutsche Bahn hat beim letzten Zusammentreffen, es muss im Dezember 2013 gewesen sein, wenig Interesse an einer Modernisierung der Oberen Ruhrtalbahn gezeigt. Der Konzern hat Deutschlands drittstärkster Industrieregion die kalte Schulter gezeigt. Wen interessiert der Glösinger Tunnel? Sauerland? Bitte? Das ist Wald und Wiese. Meschede, Arnsberg oder Brilon hat niemand in Berlin oder Düsseldorf auf der Karte. Eine Arroganz, unter der Bahnfahrer in der Region bis heute leiden. Wer von Olsberg aus einen ICE-Anschluss in Kassel-Wilhelmshöhe erreichen will, ist mehr als eineinhalb Stunden unterwegs. Für eine leistungsfähige Bahn spricht das nicht.

Offenbar haben sich die Verantwortlichen des Synonyms für Verspätung eines anderen belehren lassen. Für diesen Sinneswandel leistet der Nahverkehr Westfalen-Lippe eine millionenschwere Anschubhilfe. Geld aus der Region. Für die Deutsche Bahn spricht das nicht.