Teilzeit in der Pflege weiblich

Imme mehr Einrichtungen richten lediglich Teilzeitstellen ein, obwohl für die schwere Aufgabe die volle Kraft benötigt würde.
Imme mehr Einrichtungen richten lediglich Teilzeitstellen ein, obwohl für die schwere Aufgabe die volle Kraft benötigt würde.
Foto: getty
Was wir bereits wissen
In Pflegeberufen nimmt die Zahl der teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter weiter zu. So halten Kliniken und Altenheime den Betrieb kostengünstig aufrecht.

Nicht nur in der Pflege bleibt die Teilzeitstelle weiblich: Wenn zwei Drittel der Pflegerinnen, aber nur ein Viertel der Pfleger in Teilzeit arbeiten, spiegelt das nicht zuletzt das traditionelle Rollenbild der Familien wider.

Schicht- und Wochenenddienste in Vollzeit lassen sich nur schwer mit der Kinderbetreuung unter einen Hut bringen. Nicht nur, wenn die Kita bestreikt wird. Der private Wunsch nach Teilzeit entspringt deshalb auch der puren Not.

Tausende Pflegekräfte in NRW arbeiten unfreiwillig in Teilzeit

Dass Tausende Pflegekräfte in NRW aber unfreiwillig auf Teilzeit gehen müssen, lässt angesichts des oft proklamierten Notstands aufhorchen. Kliniken und Altenheime setzen an Wochenenden und im Nachtdienst gern auf Teilzeitkräfte, um den Betrieb kostengünstig aufrechtzuerhalten.

Und in der ambulanten Pflege erhalten Mitarbeiter oft nur dann eine Vollzeitstelle, wenn sie bereit sind, täglich geteilt zu arbeiten, um auf die erforderliche Stundenzahl zu kommen. Da wird die flexible Arbeitszeit für viele schnell zum Jobkiller.

Arbeitgeber muss dienstliche Belastung begrenzen

Dass unter dem scharfen Kostendruck nicht wenige Einrichtungen lediglich Teilzeitstellen einrichten, obwohl für die schwere Aufgabe die volle Kraft benötigt würde, ist ein Ärgernis für Patienten. Zeitlich, körperlich und seelisch überforderte Pflegekräfte fallen zudem häufiger wegen Erkrankungen aus oder quittieren den Dienst ganz.

Es liegt deshalb auch im Interesse der Arbeitgeber, die dienstliche Belastung auf ein erträgliches Maß zu begrenzen und Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Das würde auch dem Image des Pflegeberufs sicher nicht schaden.