Teilnahmslosigkeit

Was wir bereits wissen
Die Unruhe in den Kirchenleitungen hält sich in Grenzen. Zumindest nach außen hin. Schon vor Jahren machte das Wort vom „Gesundschrumpfen“ die Runde.

Die Unruhe in den Kirchenleitungen hält sich in Grenzen. Zumindest nach außen hin. Schon vor Jahren machte das Wort vom „Gesundschrumpfen“ die Runde. Der Gedanke also, dass eine schlagfertige Kerngemeinde vielleicht sogar effektiver sein könnte als ein zahlenmäßig wuchtiger Apparat voller „Kartei-Leichen“. Doch natürlich weiß man in Bielefeld wie in Paderborn nur zu gut, dass das Kirchenmodell der vergangenen Jahrzehnte in Zukunft nicht mehr tragen wird. Kirchen werden geschlossen, Gemeinden zusammengelegt, Aufgaben abgegeben. Die Kirchen fahren längst auf unbedingtem Sparmodus, personell wie finanziell.

Noch schaut die säkulare Gesellschaft diesem Treiben eher teilnahmslos, mitunter sogar spöttisch zu. Teilnahmlos - das wird überhaupt mehr und mehr zum Wesensmerkmal unseres Miteinanders. Nicht engagieren, nicht in die Pflicht nehmen lassen, keine Verantwortung übernehmen, sich nicht in eine Gemeinschaft einbinden wollen. Kirche aber lebt vom und für das Miteinander. Offenkundig gelingt es jedoch nicht, dies so attraktiv zu gestalten, dass wieder mehr mitmachen möchten.

So manifestiert sich in der Krise der Kirchen auch die Krise unseres Gemeinwesens. Nächstenliebe erscheint kaum noch zeitgemäß, und der Glaube begrenzt sich als Aberglaube an die eigene Allmacht.