Tage, die die Welt bewegen

Tage zwischen Hoffen und Bangen. Tage, die die ganze Welt bewegen. Treffpunkt Minsk: Gibt es einen Durchbruch zum Frieden in der Ukraine? Gemach! Die Welt der Mächtigen setzt bei den Gesprächen in der weißrussischen Hauptstadt auf Zeit – die die Menschen in den Kriegsbieten allerdings nicht mehr haben. Merkel, Hollande, Putin und Poroschenko – so sie sich denn wirklich heute treffen – werden versuchen, einen Minimalkonsens zu erreichen: Waffenstillstand lautet das Zauberwort.

Und in der Tat: Wenn man nur auf den gestrigen Tag blickt, wäre ein vorläufiges Ende des unvorstellbaren Tötens schon ein erster Erfolg der Staatenlenker. Denn gestern erhöhten die offenbar unversöhnlichen Widersacher noch einmal ihr Kriegstempo. Kiews Armee fuhr eine neue Offensive, die Separatisten um Donezk und Lugansk nahmen weitere Ortschaften in Richtung Westen der Ukraine ein. Es gab mehr Opfer als in den Wochen zuvor.

Geländegewinne nennen dies die Militärs – und genau darum scheint es im Moment zu gehen. Jeder Kilometer zählt für beide Seiten, die davon ausgehen, dass die Präsidenten und die Kanzlerin sich auf eine Demarkationslinie für die Waffenpause einigen könnten. Dass dies faktisch mehr den Aufständischen im Donbass nutzen könnte, nannte eine britische Zeitung „Verhandlungen über die ukrainische Kapitulation“. Das mag überspitzt klingen, liegt aber nahe an der Realität. Doch was wäre die Alternative? Ein Flächenbrand!