Privatschulen

Stirbt die Schule, stirbt das Dorf

Ein Kommentar von Nina Grunsky

Stirbt die Schule, stirbt das Dorf. Denn besuchen die Kinder erst einmal im Nachbarort den Unterricht, werden sie auch dort, wo ihre Klassenkameraden zu Hause sind, den Sportvereinen beitreten und sich später, wenn sie älter sind, zum Feiern treffen. Der Wohnort wird für sie nur noch Schlafstatt, nicht mehr Heimat voller Erinnerungen an die ersten Schuljahre. Der Region nach der Schule den Rücken zu kehren, fällt damit umso leichter.

Das haben Elterninitiativen in Südwestfalen längst klar erkannt – und gründen deshalb sinkenden Schülerzahlen zum Trotz ihre eigenen Schulen, um den wichtigen Standortfaktor Bildung am Ort zu bewahren. Sie leisten damit ihren Kommunen einen großen Dienst, bewahren sie vor weiterer Abwanderung. Denn eine Gemeinde ohne Schule kann kaum Familien für sich gewinnen. Einer Gemeinde ohne Familien fehlen aber zum Beispiel die Ehrenamtler, deren Engagement es gerade in Zeiten des demografischen Wandels und der alternden Gesellschaft braucht, um auch auf dem Land weiter gut zu leben. Sie erweisen auch der Wirtschaft am Ort einen großen Dienst, indem sie künftige Arbeitskräfte halten. Oder zumindest durch die Schule eine so starke Bindung schaffen, dass sie nach Studium und Ausbildung wieder hierhin zurückkehren.

Privatschulen sind so gesehen also kein Luxusgut, vielmehr ist das Engagement der Eltern förderungswürdig. Vorausgesetzt, dass sie anderen Kommunen nicht zu viele Kinder abwerben. Und vorausgesetzt, dass die Förderbeiträge so niedrig bleiben, dass es sich nicht nur wohlhabende Eltern leisten können, ihre Kinder zur Schule am Ort zu schicken – während die weniger gut betuchten abwandern müssen.