Statistik hilft nicht: Fachlehrer fehlen!

Sicher gibt es für den nur 1,7-prozentigen Unterrichtsausfall eine rechnerische Grundlage im NRW-Schulministerium. Aber Eltern und Schulkinder erleben eine ganz andere Wahrheit: Dass nämlich sehr wohl eine Menge Fach-Unterricht ausfällt.

Wenn sich Schulministerin Löhrmann nun mit einer schönen Zahl selbst auf die Schulter klopfen und von der Vorgängerregierung abheben will, dann muss das die Eltern ärgern. Und wohl auch die Lehrer, die den Fachlehrermangel in sogenannten und nicht hilfreichen Vertretungsstunden ausgleichen müssen.

Fakt ist, dass an den allermeisten Schulen Fachlehrer fehlen. Ob dies nun in Bewerbermangel, Fortbildungen, Krankheiten, Schwangerschaften, Klassenfahrten oder zu viel Bürokratie begründet ist – das darf den Familien egal sein. Am Ende zählt allein, dass unsere Kinder gut, ausreichend und fachspezifisch unterrichtet werden.

Es spricht Bände, dass die Bezirksregierung keine Ahnung hat, an welcher Schule gerade Französisch oder Mathe ausfällt. In den Schulen selbst weiß man das natürlich sehr genau. Aber dieses Wissen wird von Düsseldorf nicht eingefordert. Unglaublich. Wenn unsere Landesregierung die Zukunft tatsächlich in digitaler Technik sieht, dann sollte sie ganz flott die Schulen mit dem Schulministerium verdrahten.

Vermutlich kommt die Zahlen-Dreherei aber nur daher: Bloß keinen Anlass liefern, um mehr Lehrer einzustellen. Denn das wäre teuer fürs Land. Noch teurer ist es jedoch, wenn wir nicht in unsere Kinder investieren.