Sprachtests für Ärzte aus dem Ausland

Sprachlos

Ein Kommentar von Nina Grunsky

Ärzte, die aus dem Ausland zugewandert sind, haben erhebliche Probleme mit der deutschen Sprache. Na und? Die meisten Patienten verstehen ihre Ärzte auch dann nicht, wenn diese mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen sind, oder? Und vor allem bleibt meistens ohnehin zu wenig Zeit für ein ausgiebiges Arzt-Patienten-Gespräch, als dass Defizite wirklich auffallen könnten, mag man zynisch anmerken.

Vermutlich liegt genau da aber eine Ursache des Problems: Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient wird noch immer nicht angemessen honoriert, auch nicht in den Kliniken. Da scheint es nicht absurd, einen Mediziner einzustellen, der die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrscht.

Nun kann man den Kliniken auferlegen, sich um die sprachliche Ausbildung der Ärzte zu kümmern, die sie aus dem Ausland angeworben haben. Dann allerdings muss man die Krankenhäuser auch entsprechend ausstatten. Für Sprachkurse nämlich reicht das schmale Budget nicht. Schon heute schreibt jede zweite Klinik in NRW rote Zahlen. Ärzte aus dem Ausland heuern die Hospitäler aber nicht an, um zu sparen, sondern weil sie in Deutschland keine mehr finden. Verursacher des Ärztemangels sind jedoch nicht die Kliniken. Verantwortlich ist die Gesundheitspolitik.

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