Einzelhandel

Spalterische Vielfalt

Angesichts des harten Wettbewerbs im Einzelhandel verabschiedet sich die Metro-Tochter Real aus der Tarifbindung.
Angesichts des harten Wettbewerbs im Einzelhandel verabschiedet sich die Metro-Tochter Real aus der Tarifbindung.
Foto: Arno Burgi/Archiv

Die Metro scheint wild entschlossen, ihren lange angekündigten und immer wieder verzögerten Konzernumbau zu Ende zu bringen. Wie nun vom Kaufhof wollten die Düsseldorfer sich seit Jahren immer mal wieder auch von ihren Real-Märkten trennen.

Doch während der Kaufhof nun für einen guten Preis in hoffentlich gute Hände gegangen ist, war es zuletzt um Real still geworden. Der Ausstieg aus dem Tarif muss vor diesem Hintergrund als Versuch gewertet werden, die offenbar wenig begehrte Tochter hübsch zu machen für den Verkauf.

Entwicklung in die völlig falsche Richtung

Tarifpolitisch ist es aber schlicht eine Unsitte, unter Verweis auf tarifflüchtige Konkurrenten es diesen gleichzutun. Mit der Post argumentiert derzeit sogar ein teilstaatliches Unternehmen ganz ähnlich. In letzter Konsequenz hieße das, im Sinne gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle das so bewährte deutsche Tarifsystem außer Kraft zu setzen, sobald einer ausschert.

In Zeiten, da die Politik nicht nur einen Mindestlohn eingeführt hat, sondern sich auch bemüht, möglichst viele Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären, geht diese Entwicklung in die völlig falsche Richtung. Sie spaltet Belegschaften. Dass Kollegen für dieselbe Arbeit verschiedene Löhne erhalten, will auch nicht recht zur schönen neuen Tarifeinheit passen.