Sorgen statt Urlaubsidylle

Griechenland, das stand jahrzehntelang für Urlaubsidylle. Jetzt steht es für Krise, und die Konsequenzen folgen der Logik des zahlenden Kunden, der für sich und die Seinen Erholung sucht: Da will ich nicht mehr hin. Es mangelt schließlich nicht an Alternativen.

Natürlich steckt in jeder Verallgemeinerung Ungerechtigkeit. Gewiss ist weder an den Stränden von Kreta und Korfu, noch am Peloponnes das Chaos ausgebrochen, auch der Terror, der Tausende aus Tunesien vertreibt, spielt hier keine Rolle. Und wer Griechenland den Rücken kehrt, weiß, dass es den Hotelier so sehr trifft wie den Tavernenwirt, das Zimmermädchen, den Taxifahrer und die Souvenirverkäuferin – 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts wird über die Urlauber erwirtschaftet.

Es ist wohlfeil, den Touristen nun ins Solidaritätsgewissen zu reden. Wer aber kann es Familien verdenken, dass sie ihre Reisen stornieren? Wie soll sich das anfühlen, wenn man nicht weiß, wie lange der Geldautomat gefüttert wird, ob das Lokal die Kreditkarte akzeptiert oder ob man mit zu viel Bargeld herumlaufen muss? Und welche Stimmung ist zu erwarten? Sorgen haben im Urlaub nichts verloren. Das ist nicht unsolidarisch, sondern menschlich.