Sieg fürs Betriebsklima

Gewerkschaftsvertreter fordern spätere Frühschichten während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, die uns, wegen der Zeitverschiebung, nicht nur Abend-, sondern auch Nachtspiele bringt. – Gibt es keine drängenderen Probleme zu diskutieren und zu lösen?

Doch, die gibt es. Sogar genügend. Mindestlohn, Tarifflucht, Wettbewerbsfähigkeit, Euro-Krise, Energiekosten, um nur einige Wirtschaftsthemen zu nennen. Das muss allerdings nicht bedeuten, dass die Vereinbarkeit von Fußballfanvergnügen und Dienstbeginn während der WM völlig außen vor bleiben muss. Klar ist: Einen Anspruch auf einen späteren Start in den Job oder sogar einen Freibrief für Freistunden kann und wird es nicht geben. Muss es auch nicht. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich flexibel zeigen und fair begegnen, dürften sich praktikable Lösungen finden lassen. Dazu sollten Gespräche zwischen Arbeitgebern und Betriebsräten erst gar nicht nötig sein. Es geht um Pflichtgefühl bei den Beschäftigten und Wertschätzung durch die Arbeitgeber, die zusammenzuführen sind. Etwa durch angepasste wie auch angemessene Arbeitszeiten – und zwar nicht nur für die Anhänger der deutschen Mannschaft. Wo das gelingt, steht dann, unabhängig vom jeweiligen Spielausgang, ein gutes Betriebsklima als Sieger fest.

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