Schwangerschaft unter Vorbehalt

Der Trisomie-Bluttest steht in der Kritik.
Der Trisomie-Bluttest steht in der Kritik.
Foto: Archiv/dpa

Die bislang einmalige Anfrage von Parlamentariern zu vorgeburtlichen Bluttests von Schwangeren zeigt, wie groß die Bedenken in allen Fraktionen sind. Doch nicht der Test ist das Problem – er erspart die risikoreiche Fruchtwasseruntersuchung – die Folgen sind es. Die Erfahrungen in der Pränataldiagnostik zeigen, dass mit dem einfachen Bluttest als Kassenleistung der Trend zur Routineuntersuchung verstärkt wird. Eltern geraten weiter unter Druck, bei entsprechender Diagnose abzutreiben.

Von der eingefrorenen Eizelle für später bis zum Gencheck – der Fortschritt treibt die Verfügungsmacht über die Fortpflanzung und die genetische Ausstattung des Kindes immer weiter voran. Auf Dauer wird es wohl kaum bei dem Test auf Trisomie 21 bleiben. Wird eine Schwangerschaft unter Vorbehalt also bald zum Standard? Diese Sorge treibt die Parlamentarier um – und es lohnt, darüber offen zu debattieren.