Schlimmes Wahlkampfgetöse

Es ist notwendig, dass Kanzlerin Merkel dem Ministerpräsidenten Israels die Leviten liest. Premier Netanjahu hat zur Kenntnis zu nehmen, dass Deutschland nicht nur aufgrund seiner historischen Verantwortung, sondern ganz grundsätzlich seine Bürgerinnen und Bürger – ganz gleich, welchen Glaubens sie auch immer sein mögen – gegen Angriffe verwirrter Geister schützen wird.

Der in Wahlkampfinteressen verhedderte Netanjahu hatte nach den Anschlägen in Dänemark, bei denen auch ein jüdischer Wachmann ums Leben gekommen war, die Juden Europas ebenso populistisch wie weltfremd aufgefordert, nach Israel auszuwandern. Sein Außenminister Lieberman ging mit seiner Forderung, die internationale Gemeinschaft müsse die Regeln der politischen Korrektheit aufgeben und kompromisslos Krieg gegen Terroristen führen, auf unerträgliche Weise noch weiter. Gut, dass Kanzlerin Merkel dagegen einen Pflock setzt.