Schlampige Richter

Vor zwei Jahren hatte Adolfs Vermieterin dem passionierten Kettenraucher nach 40 Jahren die Wohnung gekündigt.
Vor zwei Jahren hatte Adolfs Vermieterin dem passionierten Kettenraucher nach 40 Jahren die Wohnung gekündigt.
Foto: Uli Deck/Archiv

Der Prozess um den Raucher Friedhelm Adolfs geht also, wegen Rechtsfehlern, von vorne los. Das ist, um im Stoff zu bleiben, starker Tobak. Und damit ist nicht die Geruchsbelästigung gemeint, die ein Raucher, wenn er nicht ausreichend lüftet, einer Hausgemeinschaft zumutet.

Was der 76-Jährige übrigens bestreitet und was ihm auch nicht nachgewiesen wurde.

Asche sollten sich vielmehr die Düsseldorfer Richter auf die Häupter streuen. Würden alle Gerichte so arbeiten, wäre der Bundesgerichtshof wegen Überlastung arbeitsunfähig.

Keine Tatort-Begehung

Die Vorinstanz hatte die Rechtmäßigkeit der Wohnungskündigung des Rauchers unterstrichen und sich dabei auf die Aussage nur eines Zeugen verlassen. Auch wurde der „Tatort“ selbst vom Gericht nicht in Augenschein genommen.

Es ist beruhigend, dass einem Menschen auf Grund einer so dünnen Beweislage seine Wohnung nicht gekündigt werden darf.