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RWE kappt Dividende und brüskiert die Städte - ein Kommentar

RWE-Chef Peter Terium
RWE-Chef Peter Terium
Foto: imago

RWE will eine Nullrunde bei den Dividenden, die Städte sind entsetzt. Die ursprünglich gute Zusammenarbeit ist brüchig geworden. Ein Kommentar.

Essen.. Die Stadt Düsseldorf hat schon vor Jahren ihre Aktien des Essener Energieversorgers RWE verkauft. Der Wert des Unternehmens war damals um ein Vielfaches höher als heute. Doch wenn wieder einmal die Frage aufkam, warum sie so beharrlich an den RWE-Aktien festhalten, verfügten bislang auch die Kämmerer von Städten wie Bochum, Essen, Dortmund oder Mülheim über ein gutes Argument: die Dividende. Obwohl die Gewinnausschüttungen von RWE in den vergangenen Jahren zurückgingen, war die Investition in den Energieversorger für die Finanzchefs der Städte angesichts allgemein niedriger Zinsen zumindest einigermaßen gut angelegtes Geld.

Einnahmeeinbruch Doch auch diese Rechnung geht jetzt nicht mehr auf. Der RWE-Vorstand um Peter Terium will offenbar mit aller Macht eine Nullrunde durchsetzen. Dabei hatten die Kämmerer vieler finanzschwacher Städte des Ruhrgebiets auch für dieses Jahr eine – wenn auch niedrigere – Dividende fest eingeplant.

Dass die kommunalen Aktionäre von Teriums Plänen kalt erwischt worden sind, lässt aufhorchen. Die Reaktionen vieler Stadtkämmerer sind ungewöhnlich heftig. Das bisherige RWE-Geschäftsmodell, das auf einer engen Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden vor Ort basierte, scheint brüchig zu werden. RWE stehen unruhige Zeiten bevor.

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