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Kommentar

Radikale Krebsvorsorge - Angelina Jolies mutige Entscheidung

14.05.2013 | 17:17 Uhr
Offenbar war es eine gute Entscheidung. Angelina Jolies Brustamputation zerstreut ihre Ängste und die ihrer Familie. Zudem rückte sie so das Thema Vorsorge wieder in den Fokus der Öffentlichkeit.Foto: rtr

Essen.  Angelina Jolies Entscheidung, sich als radikalste Form der Krebsprävention die Brüste amputieren zu lassen, ist mutig. Sie lenkt den Blick auf bahnbrechende Fortschritte in der Medizin und ermutigt andere Frauen, ihrem Beispiel zu folgen. Das ist richtig und verdient Respekt. Ein Kommentar.

Angelina Jolie ist in ihren filmischen Rollen niemals nur sexy gewesen, sondern auch stark und cool. Aber so ist sie auch in ihrem richtigen Leben, als Mutter von drei eigenen und drei adoptierten Kindern, als Kämpferin für die Menschenwürde von Flüchtlingen.

Und jetzt auch wieder. Ihre Vorsorge-Operation hätte sie wahrscheinlich auch geheimhalten können. Dass sie es nicht tat, weil sie sich selbst treu bleiben und darum nicht verstecken mochte, weil sie Leidensgenossinnen Hoffnung und Mut machen will, ist vielleicht die mutigste Entscheidung in ihrem Leben.

Amputation aus Sorge vor Krebs

Bahnbrechende Fortschritte in der Medizin

Ihr Fall zeigt, dass man sich einmal mehr verneigen kann vor den bahnbrechenden Fortschritten der Medizin . Die plastische Chirurgie ermöglicht eine vollständige Rekon­struktion der Brüste, selbst die Nerven und damit die Gefühlsfähigkeit können mittlerweile erhalten werden. Offensichtlich hat Jolie sich auch für den richtigen Lebenspartner entschieden, mit dem sie seit acht Jahren zusammenlebt.

Andere Frauen zu ermutigen, ihrem Beispiel zu folgen, ist nicht fahrlässig, sondern richtig. Es scheint, als würde Jolie diesen Eingriff als Befreiung von einem Alptraum empfinden. Chapeau!

Ulrich Reitz

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Kommentare
15.05.2013
07:18
Radikale Krebsvorsorge - Kommentar des Chefredakteurs Reitz
von Naseweis | #2

Wie ich aus diesem Kommentar erlese, empfielt es sich für Herrn Reitz als Risikovorsorge eines Schlaganfalles auch ein Organ entfernen zu lassen????........

Ich kann versuchen, die Ängste von Frau Jolie zu verstehen - nur was an solchen OPs mutig ist??? Und ich will jetzt mal nicht schlecht denken, welche Gründe für Frau Jolie noch da waren....

Ein Körper ist nach meinem Verständnis eben KEINE Maschine, an der man eben je nach Befinden Teil an- oder ab- oder umbaut. Herzken klappert - auswechseln, Viagra zu teuer..............



14.05.2013
21:59
Radikale Krebsvorsorge - Angelina Jolies mutige Entscheidung
von vonNeuhoff | #1

Es geht um die "Rekonstruktion", die es als Fortschritt zu feiern gilt?

Die präventive Entfernung jedweder Brust mochte schon jener Chirurg gerne sehen, der dies bei meiner ersten Frau 1995 tat, es waren für ihn nur störende Risikofaktoren - den gleichzeitigen Wiederaufbau nahm er billigend in Kauf; genutzt hat es wenig, zwei Jahre wurden so herausgeschunden.

Ein wirklich "bahnbrechender Fortschritt", werter Herr Reitz, bestände wohl eher darin, dass solche Vorbeugung (so sehr ich dies bei der vorliegenden Diagnose richtig finde) nicht mehr nötig wäre, weil Gen- unabhängig eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit der Heilung bestünde.

So ist es - Ihrem Kommentar folgend - bisher nur zu bejubeln, dass die Abendkleider in jedem Fall noch hübsch gefüllt sind ... nojo.

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