Pflege-TÜV: Noten bringen nichts, die Tonart muss stimmen

Heime und Pflegedienste bekommen Noten wie in der Schule: Seit fünf Jahren bewertet der Pflege-TÜV die Qualität. Doch Betroffene sagen: Ausgerechnet das Notensystem erschwert gute Pflege.
Heime und Pflegedienste bekommen Noten wie in der Schule: Seit fünf Jahren bewertet der Pflege-TÜV die Qualität. Doch Betroffene sagen: Ausgerechnet das Notensystem erschwert gute Pflege.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Pflegeeinrichtungen sollen nicht mehr mit Schulnoten bewertet werden. Im Zuge einer Reform des sogenannten Pflege-TÜVs werden die Pflegenoten zum 1. Januar 2016 ausgesetzt, so der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU).

Der Pflege-TÜV so wie er jetzt ist, gehört abgeschafft. Denn die Benotung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) bringt nichts. Dieser schaut vor allem auf eine korrekte Dokumentation. Doch Papier ist geduldig und die peinlich genaue Dokumentation raubt den Beschäftigten oft Energie, die Pflegebedürftigen zugute käme.

Jüngst wurde in Bonn ein mit Bestnote bewertetes Haus wegen eklatanter Pflegemängel geschlossen. Heißt: In die Bewertung müssen dringend eigene Recherchen und die Erkenntnisse der örtlichen Heimaufsicht einfließen. Sonst wird weiter bloß gut dokumentiert, aber nicht unbedingt gut gearbeitet. Und für alle, die auf Heime oder Pflegedienste angewiesen sind, heißt es weiterhin: Die Tonart in einem Pflegeheim sagt bereits mehr über Qualität aus als jede Note.