Kanzlerkandidat

Peer Steinbrücks seltsame Fehler

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wirbt für Toleranz gegenüber gläubigen Muslimen.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wirbt für Toleranz gegenüber gläubigen Muslimen.
Foto: dapd

Wahrscheinlich verfolgt Peer Steinbrück für diesen Herbst einen anderen Plan als Bundeskanzler zu werden. Wie sollte man sonst solche Seltsamkeiten erklären wie seinen Vorschlag, muslimischen Mädchen und Jungen nicht gemeinsam Sport zu unterrichten, wenn das der religiöse Vater verlangt? Wie wäre es stattdessen, muslimischen Mädchen die Chance zu geben, sich von ihren vordemokratisch gesonnenen Erzeugern zu emanzipieren?

Wie sonst ist Steinbrücks Erklärung zu verstehen, er sei sich mit Frankreichs Staatspräsident einig, es müsse mehr getan werden gegen Steueroasen, als die deutsche Regierung wolle. Ausgerechnet Hollande! Der steht gerade mächtig unter Druck, weil sein Ex-Haushaltsminister ein solcher Steuersünder ist. In Frankreich gehört Hollande inzwischen auch wegen hohler Moral zu den unbeliebtesten Politikern.

Schließlich: War es nötig, den guten Brauch zu verletzen, vom Ausland aus keinen innenpolitischen Wahlkampf zu machen? Wer Gründe finden will für Steinbrücks wachsende Unbeliebtheit, muss jedenfalls nicht lange suchen.

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