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Kanzlerkandidatur

Peer aus der Kiste

28.09.2012 | 17:13 Uhr
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Peer aus der Kiste
Vorstellung von Peer Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidat.Foto: dapd/Michael Gottschalk

Hätte die SPD die freie Wahl, sie würde sich nie auf Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten verständigen. Niemand weiß das besser als der Anwärter selbst. Die SPD, welche ihn nominiere, hat er einmal steinbrücksch gespottet, müsse erst noch erfunden werden.

Für eine Kanzlerkandidatin Kraft wären die Genossen frühmorgens vor der Arbeit aufgestanden, um Plakate zu kleben. Werden sie dasselbe für Steinbrück tun, der sozialstaatsorientierte Genossen gerne als „Heulsusen“ verspottet? Wie groß der Abstand zwischen Kan­didat und Partei ist, macht dieser Vorgang deutlich: Die Steinbrück-Nachricht war gestern erst wenige Stunden alt, da musste sich der Kandidat über die „Bild“-Zeitung von den SPD-Arbeitnehmern ­ermahnen lassen, auch nur ja deren teures Rentenkonzept mitzutragen.

Das macht Steinbrücks Dilemma deutlich: Knickt er vor den SPD-Linken und Gewerkschaften ein, verliert er seine Glaubwürdigkeit. Tut er es nicht, verfällt die SPD in Dauerstreit. Merkel hat, abgebrüht wie sie ist, da eher leichtes Spiel.

Steinbrück wird versuchen (müssen), in der politischen Mitte zu punkten. Das ging in der Vergangenheit gleich zweimal schief. Steinbrück verlor – im SPD-Stammland – nicht nur gegen Rüttgers, sondern schaffte es auch nicht, 2009 in Mettmann sein Bundestagsmandat direkt zu holen, obwohl er damals der beliebte Finanzminister in einer Großen Koalition war und weitaus bekannter als seine CDU-Bezwin­gerin Michaela Noll. Und nun wartet eine beliebte Regierungschefin, die zwar schon sieben Jahre regiert, aber immer noch sieben Jahre ­jünger ist als ihr Herausforderer.

Sehr viel spricht dagegen, dass in einem Jahr ein Kanzler Steinbrück eine Rot-Grüne Koalition regiert, nicht zuletzt das Misstrauen der Grünen, die sich in NRW von ihm ­gedemütigt fühlten. Für ihn sprechen indes: Der desolate Zustand von Merkels Regierung, sein Kämpferherz, sein scharfer Verstand, ­seine hinreißende Sprachgewalt.

Und Helmut Schmidt.

Ulrich Reitz

Kommentare
30.09.2012
12:21
Peer aus der Kiste
von meinemeinung47 | #5

Und wieder diese kategorische Ablehnung einer Koalition mit DIE LINKE!
Das kommt wieder einer Ablehnung der sozialen Gerechtigkeit gleich!
Darum jetzt erst recht!
DIE LINKE!!!

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #5-1

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30.09.2012
12:16
Peer aus der Kiste
von meinemeinung47 | #4

Kommentator:"Steinbrück wird versuchen (müssen), in der politischen Mitte zu punkten. Das ging in der Vergangenheit gleich zweimal schief."
Und das wird auch ein 3.mal schief gehen!
Wenn es die SPD nicht schafft wieder Kandidaten zu nominieren, die den Namen Sozialdemokraten auch verdienen und damit wieder ihre Stammwählerschaft an die Urnen holen kann, wird die 30%-Hürde von ihr nie genommen!
Die Mitte ist "leergesogen" von CDU/CSU, FDP und teilweise GRÜNEN!
Die SPD sollte sich fragen, ob von den fast 40% Nichtwählern nicht mindestens 25% durch Schröder, Clement, Steinbrück, Steinmeier, Müntefering und Nahles vergraulte SPD-Stammwähler sind!?
Die müssen zurückgeholt werden!
Dann klappt es auch wieder mit einer Regierungsübernahme!

30.09.2012
00:14
Peer aus der Kiste
von Hugo60 | #3

Mir wäre es lieber, wenn er schon längst in der Kiste wäre.

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #3-1

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29.09.2012
12:33
Peer aus der Kiste
von Gerther | #2

Steinbrück hat alle Voraussetzungen, glorreich zu verlieren. Frau Kraft wäre die bessere Alternative gewesen, aber sie will ja nicht, und das ist nicht gut für die SPD.


2 Antworten
Peer aus der Kiste- der klügste bist Du nicht - oder?
von gegenkanalwahn | #2-1

[edt. - Verleumdung]

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Name von Moderation entfernt | #2-2

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29.09.2012
10:31
Peer aus der Kiste
von DifesSanoscri | #1

"CDU-Bezwingerin Michaela Noll" apostrophiert der Autor.
Hat er den Überblick verloren?
Meines Wissens ist Frau Noll Mitglied der CDU und hat sie nicht bezwungen!
Schreibt der Autor schneller als er denken kann?
Hat er Probleme mit der deutschen Sprache?

Wird dieser Kommentar gleich wieder gelöscht, weil der Autor zwar andere bissig kritisieren kann, aber selbst keine Kritik verträgt?

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