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Pflegedienste

Ohne Osteuropa geht es nicht

04.10.2012 | 11:33 Uhr
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Am Ende des Lebens schlägt sie noch einmal gnadenlos zu, die Zweiklassengesellschaft: kein Geld, keine Betreuung. Vielen Angehörigen von Pflegebedürftigen bleibt nur die Illegalität als letzter Ausweg. Denn Heime sind gefürchtet oder unbezahlbar, deutsche Pflegedienste zu teuer. Und die junge Frau aus Polen hilft gerne und günstig.

Unser Gesundheitssystem hat keine Lösung parat. Weil es eben nicht für alle Probleme eine Lösung gibt. Es ist eine Illusion zu glauben, dass angemeldete, Steuern zahlende, versicherte und angemessen entlohnte heimische Fachkräfte 24-Stunden-Bereitschaftsdienste schieben und die Ersparnisse der Senioren oder ihrer Angehörigen dafür länger als ein paar Monate ausreichen. Zumal es in Deutschland noch nicht einmal genug Spezialisten für diese Aufgabe gibt.

Was spricht also gegen Unterstützung aus Osteuropa? Nichts. Jedenfalls unter bestimmten Voraussetzungen: Wer Hilfskräfte nicht anmeldet und versichert, riskiert im schlimmsten Fall menschliche Katastrophen. Wenn aber die Würde des Menschen gewahrt bleibt, und zwar sowohl des bedürftigen als auch des pflegenden, sind die Helfer aus Osteuropa alternativlos. Ob wir wollen oder nicht.

Martin Korte

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Ohne Osteuropa geht es nicht
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2012-10-04 11:33
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