Ohne Kontrollen geht es nicht

450-Euro-Kräfte arbeiten schon heute häufig mehr Stunden, als sie müssten.
450-Euro-Kräfte arbeiten schon heute häufig mehr Stunden, als sie müssten.
Foto: Frank Rumpenhorst/Symbol

Gegen den Mindestlohn lässt sich vieles ins Feld führen, zum Beispiel, dass seine Höhe eine ziemliche Willkür ist in einem Land, das nach wie vor ein 20-prozentiges Lohngefälle zwischen Ost und West aufweist. Die 8,50 Euro werden im Osten Jobs kosten, im Westen sind sie weitgehend wirkungslos. Aber: Wenn sich ein Land einen Mindestlohn gibt, dann muss es auch kontrollieren, ob er eingehalten wird.

Dass Arbeitgeber nun penibel die Arbeitsstunden ihrer Beschäftigten erfassen müssen, ist sicher lästig. Und noch sicherer hat Ministerin Nahles übertrieben, als sie knapp 3000 Euro als Grenze festlegte, bis zu der dies Pflicht ist. Die Union verlangt hier zu Recht eine Absenkung.

Das ändert aber nichts daran, dass die Dokumentation grundsätzlich sein muss. Wichtig ist sie vor allem bei den Minijobs. Viele 450-Euro-Kräfte haben schon bisher mehr Stunden gearbeitet als sie hätten müssen. Über die Arbeitszeit haben Arbeitgeber hier gerne den Stundenlohn gedrückt. Das droht mit dem Mindestlohn nun erst recht. Minijobs von der Dokumentationspflicht auszunehmen, wie es die Union ebenfalls fordert, wäre falsch.