Ruhrkessel

Ohne Fragen gibt es keine Geschichte

GIs gehen am 12. April 1945 hinter einer Mauer in der Dortmunder Innenstadt in Deckung vor deutschem Artilleriebeschuss.
GIs gehen am 12. April 1945 hinter einer Mauer in der Dortmunder Innenstadt in Deckung vor deutschem Artilleriebeschuss.
Foto: National Archives / College Park / Maryland / USA

70 Jahre nach Kriegsende beschäftigt uns das Geschehen immer wieder aufs Neue. Die Fragen, die wir dazu haben, sollten wir den Zeitzeugen stellen.

Man könnte glauben, 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sei alles gesagt, in den Geschichtsbüchern stehe längst alles. Doch das Geschehen beschäftigt uns immer wieder aufs Neue, jede Generation hat andere Fragen. Die 60er-Jahre brachen das Schweigen über die Nazi-Herrschaft, in den 70er- und 80er-Jahren erst begriff die Republik das ganze Ausmaß, die industrielle Bestialität des Mords an den Juden.

Später zerbröselte der Mythos von der „sauberen“ Wehrmacht, sie war Teil der Verbrechen. Und nachdem Richard von Weizsäcker den 8. Mai der Kapitulation einen Tag der Befreiung genannt hatte, war ein Fundament gelegt: Nun konnte sich die Öffentlichkeit allmählich auch den Leiden der deutschen Zivilbevölkerung im Luftkrieg, auf der Flucht zuwenden.

Heute blicken wir fassungslos auf die Millionen Tonnen von Bomben, die noch in den letzten Kriegswochen auf das Ruhrgebiet niedergingen. Auf die vom Irrsinn getriebene Menschenverachtung, mit der Gestapo und SS bis zuletzt ihr Terror-Regime sicherten. Die Fragen, die wir dazu haben, sollten wir den Zeitzeugen stellen, die wir noch kennen.

Es werden jeden Tag weniger.

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