Lehrstellen für Hauptschüler

Nur gut gemeint

Ein Kommentar von Nina Grunsky

Gut gemeint ist bisweilen das Gegenteil von gut. Gut gemeint hat es der DGB vermutlich, als er Zahlen vorlegte, dass mehr als 60 Prozent der Lehrstellen den Hauptschülern verwehrt bleiben. So wollte der Gewerkschaftsbund die Arbeitgeber darauf stoßen, welches Potenzial sie sich entgehen lassen und damit engagierten Jugendlichen den Weg ins Berufsleben ebnen.

Erreichen wird der DGB damit allerdings das Gegenteil: dass Eltern ihre Kinder weiter zu immer höheren Abschlüssen drängen. In der guten Absicht, ihnen so die besten Chancen fürs Leben zu eröffnen, entwerten sie weiter den einzigen Abschluss, den viele Jugendliche schaffen. Zumindest in diesem Lebensabschnitt. Letztlich werden dadurch der Fachkräftemangel und die Abwanderung in der Region nur verschärft. Dabei können sich Jugendlichen an Hauptschulen sehr gute Möglichkeiten eröffnen wie ein Blick nach Südwestfalen zeigt. In der Region haben Unternehmen längst erkannt (oder vermutlich niemals vergessen), welches Potenzial die jungen Menschen haben und wie wichtig sie für die Region sind. Und was die intensive Vorbereitung auf das Arbeitsleben anbetrifft, die Wahl des richtigen Berufes, haben Jugendliche heute längst nicht überall so gute Chance wie an Hauptschulen. Im Übrigen stehen ihnen nach dem Abschluss, liebe Eltern, noch alle Wege offen: Das Bildungssystem ist durchlässiger geworden.

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