Neue Zigaretten, alte Fragen

Sind diese Produkte etwa so gefährlich wie Tabak? Oder noch gefährlicher? Oder sind sie eher harmlos? Die Fragen sind da, die Antworten gibt es vielleicht erst in 20 Jahren.
Sind diese Produkte etwa so gefährlich wie Tabak? Oder noch gefährlicher? Oder sind sie eher harmlos? Die Fragen sind da, die Antworten gibt es vielleicht erst in 20 Jahren.
Foto: Tim Schulz
Was wir bereits wissen
Mitten im erfreulichen Trend zum Tabakverzicht schlagen Handel und Raucher mit raffinierten Rauchutensilien zurück: Mit Zigaretten, die gar keine sind. Mit "Wasserpfeifen", die nach Melone schmecken. Mit E-Shishas, die schon auf zehnjährige Käufer zielen. Und wenn erst der E-Joint kommt...

Immer weniger Deutsche greifen zur Zigarette. Pfeife und Zigarre sind fast so museumsreif wie Kautabak. Der Raucher ist nicht mehr gern gesehen, er fühlt sich geächtet. Wenn er Glück hat, darf er noch daheim qualmen – tolerante Vermieter und Partner vorausgesetzt.

Es ist so, als habe man dem Land eine flächendeckende Rauchabzugshaube übergestülpt. Und mitten in diesem erfreulichen Trend zum Verzicht schlagen Handel und Raucher zurück: mit den raffiniertesten Rauchutensilien aller Zeiten. Mit Zigaretten, die gar keine sind. Mit „Wasserpfeifen“, die nach Melone schmecken. Mit E-Shishas, die schon auf zehnjährige Käufer zielen. Und wenn erst der E-Joint kommt...

Wie hilflos erscheint die Politik angesichts dieser Innovationsfreude! Sie kommt stets einige Züge zu spät. Minister und Ärzte warnen vorsorglich, aber im Grunde wissen selbst sie nicht genau, wovor. Sind diese Produkte etwa so gefährlich wie Tabak? Oder noch gefährlicher? Oder sind sie eher harmlos? Die Fragen sind da, die Antworten gibt es vielleicht erst in 20 Jahren.

Kinder dürfen kein Teil dieses riskanten Experiments sein. Da ist der Gesetzgeber gefragt. Bei Erwachsenen ist das Urteil schwieriger. Mancher ist froh über die elektrische Alternative. Denn über den Tabak weiß inzwischen jeder zweifelsfrei, dass er tödlich wirken kann.