Sterbehilfe

Nachdenkliche Töne im Bundestag

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will organisierte Sterbehilfe verbieten. Wörtlich sagte er am Donnerstag im Bundestag: "Eine Verklärung der Selbsttötung als Akt der Selbstbestimmung lehne ich ab."
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will organisierte Sterbehilfe verbieten. Wörtlich sagte er am Donnerstag im Bundestag: "Eine Verklärung der Selbsttötung als Akt der Selbstbestimmung lehne ich ab."
Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

Es kommt selten vor, dass im Parlament so offen über Leid und Tod gesprochen wird. Und so ungeschützt über Persönliches: Über den krebskranken Vater oder den Bruder mit dem Hirntumor. Oder auch über die tödlichen Pillen, die jahrelang am Krankenbett lagen, quasi als letzter Ausweg, aber nie gebraucht wurden. Auch das kommt vor: dass es Todkranken manchmal reicht, eine Option zu haben, auch wenn sie sie nie nutzen.

Leise, nachdenklich und einladend – die fünfstündige Debatte über die Sterbehilfe war ein guter, kluger Auftakt. Wie kann würdevolles Sterben gelingen? Und wer darf einem sterbewilligen Menschen bei der Selbsttötung helfen?

Es ist das ethisch anspruchsvollste Projekt dieser Wahlperiode, auch weil gar nicht klar ist, ob sich solche Fragen gesetzlich so regeln lassen, dass es nachher weniger Ängste und mehr Sicherheit gibt. Und so klang auch bei vielen Rednern Skepsis durch. Auch wenn die Mehrheit bereits klar für ein Verbot der organisierten Sterbehilfe eintritt, dem Land tut die Debatte gut.

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