Mut zur Fusion im Nahverkehr

Die Bogestra soll den Nahverkehr im EN-Kreis komplett übernehmen.
Die Bogestra soll den Nahverkehr im EN-Kreis komplett übernehmen.
Foto: Martin Möller/Archiv

Viele Menschen halten es für Kleinstaaterei: In 20 verschiedene Herrschaftgebiete ist das Bus-, Stadt- und Straßenbahnwesen in unserer Region zersplittert. So viele Betriebe zählt der Verkehrsverbund Rhein Ruhr als vollwertige Mitglieder.

Bekenntnisse, das Gefüge des Nahverkehrsreichs mit seinen zahlreichen kommunalen Erbhöfen nachhaltig aufbrechen zu wollen, hat es immer mal wieder gegeben. Umgesetzt wurde bislang nichts.

Selbst Via, jene als großer Wurf im westlichen Ruhrgebiet gedachte gemeinsame Nahverkehrsgesellschaft von Essen, Duisburg und Mülheim, ist auf halbem Weg ins Stocken geraten. Von einer Verschmelzung zu einem einzigen Unternehmen ist derzeit keine Rede mehr.

Der wirtschaftliche Druck ist hoch

Im Osten des Reviers geht man dagegen jetzt mutig voran. Zwar halten sich der EN-Kreis und die Anteilseigner der Bogestra noch alles offen. Doch dass ein Kommunalparlament sich überhaupt vorstellen kann, durch eine Fusion Einfluss auf die eigene Verkehrstochter abzugeben, ist ein Signal.

Offenbar ist der wirtschaftliche Druck größer als regionale Eitelkeit. Den Kunden interessiert ohnehin nur, dass Busse und Bahnen pünktlich fahren und Nahverkehr bezahlbar bleibt.