Ärztefehler

Mündige Medizin braucht mündige Patienten

Tupfer, Kompressen oder Klemmen vergaßen Operateure im Körper ihrer Patienten. Für 1300 Patienten hatten Behandlungsfehler bleibende Schäden zur Folge, 155 Menschen starben.
Tupfer, Kompressen oder Klemmen vergaßen Operateure im Körper ihrer Patienten. Für 1300 Patienten hatten Behandlungsfehler bleibende Schäden zur Folge, 155 Menschen starben.
Foto: imago

Die Tatsache, dass sich immer mehr Patienten mit Verdachtsfällen von Behandlungsfehlern an die Kassen wenden, zeigt, dass sie selbstbewusster werden.

Wo Menschen am Werk sind, passieren Fehler. Es wäre komplett falsch, mit Spott, Häme oder Empörung über die Ärzteschaft herzufallen, weil nicht immer alles glatt läuft in den Kliniken und Praxen.

Keine Frage: Jeder einzelne Fall ist bitter, vor allem dann, wenn die betroffenen Patienten bleibende Schäden davon tragen. Und erst recht, wenn sie jahrelang und manches Mal sogar vergeblich auf Schadensersatz warten müssen und so ein zweites Mal zum Opfer werden.

Die Tatsache aber, dass sich immer mehr Patienten mit Verdachtsfällen an die Kassen wenden, taugt nicht als Prügel, um damit auf die Ärzte einzudreschen. Sie zeigt vielmehr, dass die Patienten selbstbewusster werden. Und das ist gut so: Bessere Behandlungsqualität hängt von vielen Faktoren ab – mehr Personal und Zeit, verbindlichere Sicherheitsstandards. Aber es braucht eben auch kritische, mündige Patienten, die Qualität einfordern.

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