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150 Jahre SPD

Mit uns zieht die neue Zeit?

22.05.2013 | 19:18 Uhr
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Ja, sie ist eine große Partei. Und natürlich: Auch eine großartige. 150 Jahre SPD, 150 Jahre deutsche Geschichte in allen Facetten. Ohne die Sozialdemokratie wäre die Bundesrepublik in Freiheit, Frieden und sozialer Blüte nicht denkbar. Allemal ein Grund sich feiern zu lassen. Aber wie bei allen großen Jubiläen: Auch ein Grund für die Rückschau und den Blick nach vorn.

Ferdinand Lassalle, Friedrich Ebert, Otto Wels, Kurt Schumacher, Annemarie Renger, Willy Brandt und Helmut Schmidt. Allein diese Namen lesen sich wie das Who ist Who deutscher Politik. Sie stehen für viele Kapitel sozialdemokratischer Identität, gleichermaßen für bittere Niederlagen und strahlende Siege. Doch die Erinnerung kann auch lähmen. Oftmals ist die Volkspartei SPD beinahe daran zerbrochen, ihre Ideale in Einklang mit der Wirklichkeit zu bringen. Kaum ein Sozialdemokrat würde da widersprechen: Wir stehen ein für das richtig Erkannte und koste es einen hohen Preis.

Gerhard Schröder, letzter sozialdemokratischer Bundeskanzler, übersetzte dies so: Wir kämpfen gegen alle Widerstände für eine Agenda 2010 – nicht zuletzt diese Entscheidung kostete ihm 2005 den Job und treibt die SPD bis in dieses Wahljahr um. Und sorgte nicht zuletzt auch für eine Kanzlerin von der Konkurrenz, die früh begriff, dass man mit mit sozialdemokratischen Themen und Inhalten nicht nur die Mitte der Gesellschaft, sondern vor allem auch die eigenen Wähler von der Union bei der Stange halten kann.

Energiewende, Mindestlohn, Homo-Ehe? Längst Bestandteil christdemokratischer Regierungspolitik. So ganz nach dem Motto: Was stört uns das Geschwätz von gestern. Müssen Entscheidungen getroffen werden, ist es den Menschen doch egal, ob die Vorschläge früher mal rot oder grün waren. Manchmal schwer zu ertragen für die kampferprobte SPD.

Traurige Geburtstags-Gewissheit auch deshalb für die SPD: Trotz beachtlicher Pannen und Probleme der bürgerlichen Regierung erscheint sie für eine Mehrheit zur Zeit jedenfalls noch keine wirkliche Alternative zu sein. Mit uns zieht die neue Zeit? Abwarten.

Christian Peters

Kommentare
23.05.2013
10:43
Sozialdemokratisierung durch "märkische Marktfrau"??
von sichau1 | #4

Dem Kommentator sei dringend die Auseinandersetzung mit Stephan Hebels Buch: "Mutter Blamage Warum die Nation Angela Merkel und ihre Politik nicht...
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