Mit Haken und Ösen

Nur Blauäugige behaupten, nach der Einigung mit der EVG sei im Tarifstreit bei der Bahn die Kuh vom Eis. Dass sich der Konzern mit der „braveren“ Bahn-Gewerkschaft schneller einigen würde als mit den Lokführern, war ziemlich klar. Das eigentliche Problem beginnt nun mit der Schlichtung bei den „brachialen“ Lokführern. Die schier unvereinbaren Gegensätze sind keineswegs behoben: Die GDL fordert eigene Tarifverträge fürs gesamte Personal, die Bahn will unterschiedliche Bezahlung und Arbeitszeiten für die gleiche Berufsgruppe verhindern. Lösungsansatz: Fehlanzeige.

Immerhin haben die Kontrahenten nun mit Bodo Ramelow und Matthias Platzeck Paten an der Seite, die den Auftrag haben, die Karre nicht vor die Wand fahren zu lassen. Bis Mitte Juni ist an der Streikfront Ruhe. Sollte die Schlichtung scheitern, ginge es dann vermutlich wieder los.

Auch die EVG könnte dann wieder eine Rolle spielen. Das Sonderkündigungsrecht in ihrem Vertrag ist nichts anderes als eine Notbremse – für den Fall, dass die GDL zu viel herausholt. So „brav“ ist die EVG nämlich auch nicht.