Minimalziel erreicht?

Es ist ein Hoffnungsschimmer, das Minimalziel, das man in Minsk zu erreichen hoffte – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Angela Merkels und Francoise Hollandes Friedensmission in Sachen Ukraine ist dennoch ein bemerkenswerter Vorgang. Erstaunlich, mit welcher Konsequenz, ja fast kann man schon sagen, mit welcher Verbissenheit die Kanzlerin und ihr französischer Partner die Verhandlungen mit Putin suchten. Schnell wurde klar: Ohne Ergebnisse wollten die westlichen Vermittler die weißrussische Hauptstadt nicht verlassen. Natürlich haben sie Putin nicht in die Knie gezwungen. Der Krieg im Donbass wird nicht von einem Tag auf den anderen enden. Aber – und das ist das wichtigste Resultat: Alle Seiten stehen jetzt in der Pflicht, das einzuhalten, was sie unterschrieben haben.

Zu allererst müssen die Waffen schweigen und deshalb ist es ein Fortschritt, dass da auch die pro-russischen Separatistenführer zugestimmt haben. Hört das Sterben bei beiden Kriegsparteien erst einmal auf, kann über anderes gesprochen werden. Etwa über den Abzug der schweren Waffen, auf ostukrainischer Seite viele aus russischen Beständen. Über eine Demarkationslinie, eine Art Grenze also. Dass dies wohl das Ende einer vereinten Ukraine bedeuten würde, ahnen die Machthaber in Kiew sehr wohl. Es ist der Preis für das mögliche Ende des Krieges.