Merkel & Co. müssen nachlegen

Ukrainisches Toilettenpapier, verziert mit den Porträts des Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch und seinem Unterstützer Wladimir Putin.
Ukrainisches Toilettenpapier, verziert mit den Porträts des Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch und seinem Unterstützer Wladimir Putin.
Foto: Andreas Gebert

Wer geglaubt hatte, das Minsker Friedensabkommen werde mir nichts, dir nichts von allen Seiten umgesetzt, der ist zumindest blauäugig.

Putin und Poroschenko – flankiert von Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande – mögen die Vereinbarungen für eine Waffenruhe und perspektivisch für eine Befriedung der Ostukraine noch so ernst meinen.

Die prorussischen Milizen und die Kiew-treuen Kampfverbände haben eigene Karten im Spiel, eigene Interessen. Dies zeigte sich schon in der nächtlichen Verhandlungsrunde in Minsk, wo ihrer Anführer quasi zur Unterzeichnung des Abkommens gezwungen werden mussten.

Dennoch: Trotz der Kämpfe um Debalzewe ist die Minsker Vereinbarung längst noch nicht Makulatur.

Die nächsten Tage werden zeigen, wie haltbar sie tatsächlich ist und wie entschlossen Merkel, Hollande, Poroschenko und Putin gegenüber den schießwütigen Milizen nachlegen müssen und werden.