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Kirche

Mehr Nächstenliebe, bitte!

12.11.2012 | 21:08 Uhr
Mehr Nächstenliebe, bitte!
Trainer Jürgen Klopp traf Jens im Dezember 2011 bei einem Besuch der BVB-Mannschaft in der Kinderklinik.Foto: dapd
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Christlich, das bedeutet Güte und Vergebung und Barmherzigkeit. Lieber Kirchenvorstand: Wie viel an Eurer Entscheidung ist eigentlich typisch deutsch und wie viel ist christlich?

Ein Friedhof ist ein besonderer Ort. Einer, der seine Würde hat. An dem die Lebenden ihrer Toten gedenken. Ungestört und eingekehrt. Auch, um nach dem Tod eines nahen Angehörigen ihren eigenen Seelenfrieden zu finden. Für einen solchen Ort dürfen, sollten besondere, christliche Regeln gelten. Zum Beispiel die, dass hier Werbung nicht stattfinden darf.

Jens Pascal ist mit neun Jahren an einem Gehirntumor gestorben. Er war BVB-Fan. Sein letzter Wunsch war ein Grabstein, der daran erinnert. Das entspreche nicht den katholischen Gepflogenheiten, urteilte der Kirchenvorstand.

Typisch deutsch ist, eine Sache um ihrer selbst willen zu betreiben. Aus Prinzip, nicht unbedingt aus Vernunft. Oder Mitgefühl. Christlich, das bedeutet Güte und Vergebung und Barmherzigkeit. Lieber Kirchenvorstand: Wie viel an Eurer Entscheidung ist eigentlich typisch deutsch und wie viel ist christlich?

Vorschriften sind Auslegungssache. Es gibt kein Gesetz, das einen BVB-Grabstein verbietet. Eine Regel auszulegen, ist Menschenwerk. Es kommt dabei auf den Maßstab an, auf das, was man einer Entscheidung zugrunde legt. Etwa Lebensklugheit. Ist es für die katholische Kirche nicht mehr wichtig, Teil einer städtischen Gemeinschaft zu sein? Ist es klug, wenn eine Volkskirche derart auf ihren Prinzipien beharrt, dass sie sich weit entfernt von der Bevölkerung, von deren Zustimmung sie getragen wird?

Noch ist es nicht zu spät. Eltern und Kirche können sich auch jetzt noch einigen. Sie sollten sich darum sehr ernsthaft bemühen. Prinzipientreue ist in einem solchen Fall ein schlechter Ratgeber. Die anstehenden Verhandlungen sollte die Kirche führen aus dem Geist, der sie trägt: der Nächstenliebe.

Ulrich Reitz

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14.11.2012
12:42
Mehr Nächstenliebe, bitte!
von PressefreiheitistVerantwortung | #13

@10:
auf dem Laufenden halten? Mit verkürzter und wenig objektiver Berichterstattung? Mit dem Vorenthalten von Infos, dass zum Beispiel die Eltern Gesprächsangebote und -termine haben verstreichen lassen? Mit dem gestrigen Vorenthalten der Bilder, bzgl. der elterlichen Planung, die den ganzen Kitsch sichtbar machen?
Halleluja. panem et circenses - mit deutlicher Akzentuierung auf letzterem. Qualitätsjournalismus sieht anders aus.

14.11.2012
01:05
Lieber Herr Reitz
von vaikl2 | #12

Wenn Sie mit Ihren Blättern nicht auf einen (Un-)Artikel der "BILD der Frau" reingefallen wären, könnten Sie das evt. so stehen und auf sich beruhen lassen.

So aber und in völliger Unterschlagung von Fakten (z.B. des Fakts, dass die betroffene Gemeinde niemals vor hatte, die Grabmalgestaltung völlig zu untersagen, sondern um die nun auch unspektakulär erfolgte *Ergänzung* bat) ist es ein Rührstück geworden, das die Medien inkl. Ihres Verlags zum Schaumschlagen von Wutbürgern missbraucht haben.

Mein Glückwunsch zur gelungenen Click- und Auflagensteigerung.

13.11.2012
18:46
Bitte, ...
von Ente | #11

Herr Reitz, kümmern Sie sich doch einfach einmal um das furchtbare Niveau Ihres Blattes und verschwenden Sie Ihre Energie nicht mit völlig überflüssigen "Kommentaren."

13.11.2012
18:18
Mehr Nächstenliebe, bitte! Wie bitte ???
von JulieBergmann | #10

Ich kann Herrn Reitz nur zustimmen. Wenn ich alles das beobachte, was im Verlaufe meines Lebens von der Heiligen Katholischen Kirche alles getan, nicht getan, verurteilt, geleugnet und versteckt, sehr widerspenstig zugestanden und dann letztendlich doch wieder im ureigenen, selbst beweihräuchernden Interesse als lokale, oder temporäre Probleme abgetan wurden - wer alles ausgeschlossen bzw verstoßen wurde und wer alles geduldet und wer "heimgeholt" wurde....
Mensch - bewahrt das Angedenken dieses Kindes in Sinne seines eigenen letzten Wunsches.
Dann betten ihn woanders in GOTTES ERDE und nicht auf diesem diesem "unheiligen" katholischen Gesetzesacker !!!

Werter herr Reitz - verfolgen Sie bitte die weitere Entwicklung und halten Sie ihre Leser auf dem Laufenden!

1 Antwort
Mehr Nächstenliebe, bitte!
von PressefreiheitistVerantwortung | #10-1

auf dem Laufenden halten? Mit verkürzter und wenig objektiver Berichterstattung? Mit dem Vorenthalten von Infos, dass zum Beispiel die Eltern Gesprächsangebote und -termine haben verstreichen lassen? Mit dem gestrigen Vorenthalten der Bilder, bzgl. der elterlichen Planung, die den ganzen Kitsch sichtbar machen?
Halleluja. panem et circenses - mit deutlicher Akzentuierung auf letzterem. Qualitätsjournalismus sieht anders aus.

13.11.2012
14:19
Mehr Nächstenliebe, bitte!
von PressefreiheitistVerantwortung | #9

Nächstenliebe, Herr Reitz, hat auch viel mit Respekt zu tun. Offensichtlich fordern hier einzelne (die Eltern und diejenigen, die sich hier zu eifrigen Helfern machen) von ihren Mitmenschen, zum Beispiel anderen trauernden Friedhofsbesuchern, vehement Toleranz ein. Wie sieht es mit der Toleranz gegenüber anders Empfindenden aus? Und damit meine ich nicht Schalke-Anhänger. Wie sieht es mit Respekt gegenüber Menschen aus, die jede Form von Klamauk auf einem FRIEDhof als Störung ihrer Trauer empfinden? Friedhöfe sind ein Ort der Besinnung. Expansives und exhibitionistisches "Trauern" hat da nichts zu suchen - so etwas kann man online tun, wenn man will.
Nächstenliebe und christliche Toleranz pauschal gegen "gesetzestreues Pharisäertum" auszuspielen ist dagegen lächerlich und kurzsichtig - oder bewusst verkürzend dargestellt, um die Verkaufszahlen zu erhöhen.
Von einem Chefredakteur eines Blattes, das seriös erscheinen will, ist mehr zu erwarten.

2 Antworten
Mehr Nächstenliebe, bitte!
von woelly | #9-1

Da muß ich Ihnen aber voll und ganz beipflichten! Mit Schalke hab ich gezielt übertrieben, um nicht nur Herr Retz auftzrütteln, in der Hoffnung, dass er seinen Kommentar etwas relativiert. Der Vertrieb weiß wie das gemeint ist.

Mehr Nächstenliebe, bitte!
von RennYuppieRenn | #9-2

+1

13.11.2012
14:08
Mehr Nächstenliebe, bitte!
von PressefreiheitistVerantwortung | #8

Nächstenliebe, Herr Reitz, hat auch viel mit Respekt zu tun. Offensichtlich fordern hier einzelne (die Eltern und diejenigen, die sich hier zu eifrigen Helfern machen) von ihren Mitmenschen, zum Beispiel anderen trauernden Friedhofsbesuchern, vehement Toleranz ein. Wie sieht es mit der Toleranz gegenüber anders Empfindenden aus? Und damit meine ich nicht Schalke-Anhänger. Wie sieht es mit Respekt gegenüber Menschen aus, die jede Form von Klamauk auf einem FRIEDhof als Störung ihrer Trauer empfinden? Friedhöfe sind ein Ort der Besinnung. Expansives und exhibitionistisches "Trauern" hat da nichts zu suchen - so etwas kann man online tun, wenn man will.
Nächstenliebe und christliche Toleranz pauschal gegen "gesetzestreues Pharisäertum" auszuspielen ist dagegen lächerlich und kurzsichtig - oder bewusst verkürzend dargestellt, um die Verkaufszahlen zu erhöhen.
Von einem Chefredakteur eines Blattes, das seriös erscheinen will, ist mehr zu erwarten.

13.11.2012
13:35
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Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.11.2012
12:51
Mehr Nächstenliebe, bitte!
von woelly | #6

Man solle sich nur mal vorstellen, die Eltern hätten ihr Kind auf einem Friedhof in Gelsenkirchen-Schalke bestatten lassen. Nicht auszudenken, geschweige zu kommentieren! Was soll also dieser Kommentar? Mehr Nächstenliebe bitte Herr Reitz!

2 Antworten
Mehr Nächstenliebe, bitte, Herr Reitz!
von PressefreiheitistVerantwortung | #6-1

Nächstenliebe, Herr Reitz, hat auch viel mit Respekt zu tun. Offensichtlich fordern hier einzelne (die Eltern und diejenigen, die sich hier zu eifrigen Helfern machen) von ihren Mitmenschen, zum Beispiel anderen trauernden Friedhofsbesuchern, vehement Toleranz ein. Wie sieht es mit der Toleranz gegenüber anders Empfindenden aus? Und damit meine ich nicht Schalke-Anhänger. Wie sieht es mit Respekt gegenüber Menschen aus, die jede Form von Klamauk auf einem FRIEDhof als Störung ihrer Trauer empfinden? Friedhöfe sind ein Ort der Besinnung. Expansives und exhibitionistisches "Trauern" hat da nichts zu suchen - so etwas kann man online tun, wenn man will.
Nächstenliebe und christliche Toleranz pauschal gegen "gesetzestreues Pharisäertum" auszuspielen ist dagegen lächerlich und kurzsichtig - oder bewusst verkürzend dargestellt, um die Verkaufszahlen zu erhöhen.
Von einem Chefredakteur eines Blattes, das seriös erscheinen will, ist mehr zu erwarten.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #6-2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.11.2012
11:20
Mehr Nächstenliebe, bitte!
von gerryhe | #5

Mehr Flexibilität nötig.
Die Kirchen sollten sollten doch mehr Flexibilität zeigen. Wenn schon kein direktes Emblem des BvB auf dem Grabstein erwünscht ist, könnte doch das Foto, wo Jens und mit Trainer Jürgen Klopp zu sehen ist, auf eine wetterfeste Emaillieplakette kopiert und auf dem Grabstein befestigt werden. Solche Grabsteine sind häufig in Bayern und vielen südländischen Friedhöfen zu sehen.
Gerhard Heldt

2 Antworten
Mehr Nächstenliebe, bitte!
von Sterntaler21 | #5-1

Das ist eine super Idee, es wäre zumindest ein Kompromiss, der sowohl dem Wunsch des Jungen Rechnung trägt, als auch die Andachtsgefühle der anderen Friedhofsbesucher schützt. Ich hoffe, die Kirche wird sich bald mit den Eltern einig...

Mehr Nächstenliebe, bitte!
von woelly | #5-2

Auf einem separaten Steckschild ist das sicher denkbar und Klopp muß einverstanden sein, sonst könnte man meinen... sie wissen schon.

13.11.2012
10:30
Einspruch!
von fatih | #4

Das Problem liegt woanders: Der Friedhof ist für die Allgemeinheit bestimmt und der Träger des Friedhofs, hier die Kirche, hat auch die Interessen der anderen Angehörigen zu wahren. Könnte es sein, dass andere an einem Fußball-Vereins-Signum auf einem Friedhof Anstoß nehmen?

Das BVerfG hat doch im Kreuzurteil ganz klar festgestellt, das niemanden durch bestimmte Symbole belästigt werden darf.

Man sollte hier vielleicht gelassener sein und nicht eine Sache aus Prinzip betreiben.

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