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Mal wieder mit Verspätung

19.10.2012 | 21:17 Uhr

Nach Jahren des Ärgers über einen schmuddeligen regennassen Hauptbahnhof dürfen sich zumindest die Fahrgäste in Duisburg freuen: Das marode Hallendach wird saniert. Das ist gut, auch wenn der Preis hoch ist: Es wird in der Bauphase ganz sicher Verspätungen geben, etliche Sperrungen, neue Ärgernisse.

Für allzu heftiges Schulterklopfen haben alle Beteiligten – Land, Bund und allen voran die Bahn – ohnehin keinen Grund. Zu lange schon modern die Stationen im Lande vor sich hin, und weil über die Jahre so viel in die Binsen gegangen ist und nicht alles gleichzeitig renoviert werden kann, werden beispielsweise die Dortmunder Fahrgäste sich noch eine Weile gedulden müssen, ehe ihr Hauptbahnhof an der Reihe ist.

In diesem Zusammenhang wird jedoch immer viel zu sehr über das Buddeln an den großen Haltepunkten geredet. In der Fläche, an den kleinen Bahnhöfen, sieht’s ja keineswegs besser aus. Und wenn die Bahn sich damit brüstet, dass von knapp 700 Stationen inzwischen 465 barrierefrei sind, dann ist der andere Teil der Wahrheit, dass mehr als 200 Bahnhöfe für etliche Fahrgäste noch immer kaum nutzbar sind.

Wer, wie die Bahn, regelmäßig Preise anhebt, muss seiner Kundschaft dafür bessere Leistung anbieten. Das gilt nicht nur für Züge und deren Pünktlichkeit, das gilt auch für ein annehmbares Umfeld beim Ein- und Aussteigen. Hier ist zu lange zu wenig passiert.

Michael Minholz

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